12. Januar 2012
10. Januar 2012
Stilikone: Steve McQueen. Unerreicht in Gestus, Kleidung und Souveränität.
Anzüge sind … mir im letzten Jahr alle zu eng geworden.
Lieblingsaccessoire: Ein langer, wunderbar weicher roter Schal.
Männer brauchen … heute oft Mut, sie selbst zu sein.
Ich kaufe gerne … Männerspielzeug. Taschen- und Armbanduhren, handgefertigte Messer, Feuerzeuge. Dabei kommt es mir mehr auf das Haptische an als auf Preis und Wert.
Deutsche Männer sind … oft deutsche Memmen.
Frauen sollten … stolz darauf sein, Frauen zu sein.
Archi W. Bechlenberg, Jahrgang 1953, ist studierter Bau- und Kunsthistoriker und arbeitet heute in verschiedenen kreativen Disziplinen, so als Journalist und Autor, aber auch als Maler und Fotograf. Er ist der typische Flaneur, der die beim meist ziellos Umherstreifen gewonnenen Erlebnisse und Eindrücke interpretiert und kreativ umsetzt.
Im Internet gibt er seit 5 Jahren unter dem Motto “Mit Geist, Genuss und Gelassenheit” das Portal “Herrenzimmer” heraus, zu dessen Botschaften Hedonismus und political incorrectness gehören.
8. Januar 2012
7. Januar 2012
Unser liebster Bundespräsident bleibt Walter Scheel, ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle, unvergessen auch seine tolle Frau Mildred, die besonders durch Stil und Intelligenz auffiel.
In der Debatte um den derzeitigen Bundespräsidenten ist aus unserer Sicht alles gesagt: alle Berufsbetroffenen, Moraltheoretiker und natürlich der deutsche Socialmedia-Denunziant haben sich zu Wort gemeldet. Schön, der Mann hat kein besonderes Format, hatte er allerdings zu keiner Zeit, aber seit wann ist Format eine Eigenschaft, die von Politikern erwartet werden darf?
Nun ist ja bekanntlich Leine Wulffs Rubikon, und uns fällt auf, dass wir aus Hannover eigentlich bisher nur viel politisch problematisches und wenig talentiertes vernommen und gesehen haben – warum also die Überraschung, wenn sich ein Mann aus der Stadt von reichen Freuden einladen lässt oder auch Mal was borgt. Ansonsten ist die Stadt ja ohnehin arm an Ereignissen, was den Drang Wulffs zu einem etwas anregenderen Lebensstil zumindest verständlich macht. Was bleibt: Wir finden an Hannover stilistisch hauptsächlich H.B. Möller interessant und sehr erwähnenswert, einer der besten deutschen Herrenausstatter, der seit vielen Jahren recht unaufgeregt textiles Format in die niedersächsische Landeshauptstadt bringt.
5. Januar 2012
31. Dezember 2011
Wir lesen in der von uns sehr geschätzten Textilwirtschaft unter dem Titel „Ich Kerl Du Dandy“ ein maßlos langweiliges Interview. Befragt werden – wir zitieren: „Karl-Heinz Müller, Viertagebart, Einzelhändler, Chef der Streetwear-Messe Bread& Butter, und Jan-Henrik M. Scheper-Stuke, Seitenscheitel, Connoisseur, Kopf der Krawattenfirma Edsor“.
Leider kommt in dieser Befragung wenig Wissenswertes zu Tage, aber wir lernen viel über Verkleidung, Hybris, mässiges Sprachvermögen und den Unterschied zwischen erwachsenen Männer und der “sensiblen” Generation.
28. Dezember 2011

Hape Kerkeling ist der Krawattenmann der Jahres 2011 – diese sinnentleerte Anerkennung wird jährlich vom Deutschen Modeinstitut vergeben. Die Kriterien für die Vergabe dieser “Auszeichnung” sind ein Mysterium und wir fragen uns, warum Deutschland eigentlich ein Mode-Institut braucht, das offensichtlich keinen sinnvollen Beitrag zum Thema leisten kann.
20. Dezember 2011
Selten, sehr selten gibt es noch etwas Neues im Reich der Herrenbekleidung zu entdecken. Nun ist die Sartoria Colazzo zwar kein Newcomer, da bereits 1966 gegründet, aber der Familienbetrieb hat sich zum ersten Mal bei M&W in Bad Soden dem deutschen Publikum präsentiert. Große Freude, denn die Anzüge und Jacketts, die in dem kleinen Städtchen Martano in Apulien von Hand gefertigt werden, fallen nicht nur durch Qualität und Passform auf – erstaunlicherweise sind die Colazzos auch in der Lage, eine vernünftige Hose zu produzieren, eine Fähigkeit die wir bei vielen der neapolitanischen Kollegen seit langem vermissen.
Aber von Anfang an: Manfred Müssig hat die Sartoria Colazzo in Apulien entdeckt und die Schneider nach Bad Soden eingeladen. Der Service ist gut: Vater und Sohn Colazzo reisen an, nehmen Maß und nach ca. vier Wochen gibt es einen zweiten Termin mit Anprobe, kurz danach wird das fertige Produkt ausgeliefert. Abgesehen davon, dass durch Proben die Passform enorm verbessert wird, aufwändiges ändern entfällt und das Wunschprodukt natürlich von Stoffauswahl bis zur Farbe des Innenfutters individuell gestaltet werden kann, erfreut auch der Preis.
Das handgefertigte Produkt aus dem Haus Colazzo - in puncto Qualität und Verarbeitung nach Aussagen von Branchenkennern auf dem Niveau von Kiton und Attolini – kostet bei M&W nicht mehr (natürlich abhängig von dem gewählten Stoff) als ein besserer Zegna-Anzug oder die Einstiegsware aus dem Hause Partenopea – allerdings wird fürs Geld deutlich mehr geboten.
Den nächsten Besuch der Colazzos bei M&W in Bad Soden werden wir rechtzeitig ankündigen.