20. Oktober 2011

Donnernde Balken

by G. B.

Wie sich unsere Vorfahren – jedenfalls die adeligen – versehen mit viel handwerklichem Stil auch sehr menschlichen Tätigkeiten widmeten, zeigt die schöne Ausstellung „Das stille Örtchen – Tabu und Reinlichkeit bey Hofe“ in Schloß Schwetzingen. Darmstadt hätte uns als Ausstellungsort allerdings besser gefallen.

18. Oktober 2011

Sieben auf einen Streich – Fragen an Stephan Görner

by G. B.

Stilikone: Die Männer in den 20er bis 30er Jahren des letzten Jahrhunderts; die einzige Epoche, in welcher der Anzug zu einer relevanten Geltung kam und der Mann darin etwas darstellte.

Anzüge sind … meine Passion; für viele Männer leider nur lästige Arbeitskleidung. Ähnlich wie bei einer Zigarre ist ein guter Anzug mit viel Liebe und Herzblut und handwerklichem Können entstanden. Das gilt es zu würdigen.

Lieblingsaccessoire: Schöne Manschettenknöpfe und durchaus auffällige Einstecktücher.

Männer brauchen … nicht nur edle Tücher, sondern vor allem Würde. Ansonsten helfen die schönsten Kleidungsstücke nichts.

Ich kaufe gerne … Maßanzüge. Der erwartungsfrohe Blick durch neue Kollektionen… jedes Mal wie Weihnachten.

Deutsche Männer sind … stilistisch oftmals besser als ihr Ruf.

Frauen sollten … ihren Männern nicht zu sehr in die Ausstattung der Garderobe reinreden. Die Jungs sind groß genug und oftmals (in positivem Sinn) mutiger und sicherer als ihre Damen.

 

Stephan Görner (39) ist ursprünglich Werber. In 2003 gründete er in Wiesbaden ein Unternehmen für anspruchsvolle Kleidung nach Maß. In 2009 wechselte er aus der hessischen Landeshauptstadt nach Frankfurt am Main. Unweit der Alten Oper eröffnete er sein Maßatelier, in dem er Anzüge, Hemden, Blusen, Kostüme und Mäntel sowie Schuhe und Accessoires anbietet.

Dabei legt Görner Wert auf eine qualitative und emotionale Abgrenzung zu den aktuell ausufernden Tendenzen im Bereich Maßkonfektion. Alle Produkte lässt Görner in Deutschland, Italien oder England fertigen. In seinem Atelier arbeitet er mit seiner Maßschneiderin auch an individuellen Handwerksarbeiten wie beispielsweise 100% handgefertigten Morgenmänteln auf Maß.

 

 

13. Oktober 2011

Dem Steve sein Puli

by G. B.

Der verstorbene Steve Jobs sorgt jetzt auch noch für posthum für einen Run auf seinen schwarzen Pullover. Beinahe sämtliche deutschen Medien berichten darüber, dass der von Jobs stets getragene schwarze “Rollkragenpullover” Modell 1990 des amerikanischen Herstellers St. Croix aufgrund der großen Nachfrage ausverkauft ist. Allerdings handelt es sich, wie auch Laien sehen können (Gruß an Herrn Roetzel), bei dem enorm langweiligen Kleidungsstück eher um eine Art Sweatshirt aus Baumwolle und Mikrofaser (!) mit einem hohen Halsausschnitt. Ein Rollkragenpullover sieht anders aus – und das ist auch gut so.

9. Oktober 2011

Schwatzeleganz

by G. B.

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung lesen wir heute unter dem Titel „Kommt die Schwarmeleganz?“ einen mit wenigen neuen Erkenntnissen versehen Artikel zu Internetforen rund um klassische Herrengarderobe. Schön, dass unsere Freunde vom Stilmagazin hier genannt werden, weniger schön sind die Einlassungen von Herrn Roetzel. Die Älteren unter uns erinnern sich gerne noch an sein Markenbilderbuch „Der Gentleman“, das in Kombination mit „No brown in town-Weisheiten“ in weniger gut informierten Kreisen offenbar auch heute noch als Maßstab für guten Bekleidungsstil gilt. Nun gönnen wir ihm diesen „Klassiker“, aber seine Aussage,  in Stilforen finde man vornehmlich „Halb- und Unwissen, das mit großem Selbstbewußtsein vorgetragen wird“, ist doch eine Diskussion unter Laien wert, oder?

Wir finden offene Diskussionen unter Laien, auch zu so wahnsinnig unbedeutenden Themen wir Herrengarderobe, immer wichtig, denn die vermeintliche „Expertise“ selbsternannter Stilexperten, die Ihre „Kompetenz“ ja recht oft in austauschbaren Büchern oder Vorträgen in zweitklassigen Handelsunternehmen zu Markte tragen, ist doch bodenlos langweilig. Und wer, wenn nicht ein aufgeklärter Kunde, ist denn der Kenner?

Die vermeintlich befähigten Existenzen, die uns als Fachverkäufer präsentiert werden, jedenfalls nicht. Die predigen ja bloß die Vorzüge ihre jeweiligen Angebotes. Und die sogenanten Stilexperten, deren Meinungsfreiheit im wesentlich durch ihre Auftraggeber bestimmt werden, wohl auch nicht. Wissen (auch Halbwissen) und Ideen (und Ahnungslosigkeit) lassen sich in den Internetforen hervorragend austauschen, den der Informationsaustausch mit Herstellern und Händlern funktioniert schon lange nicht mehr Also: Sartoriale Laien an die Kommunikations-Front!

 

28. September 2011

Sackkatze?

by G. B.

23. September 2011

Neulich bei PAM

by G. B.

Sehr schöne Manschettenknöpfe gibt es auf Bestellung und nach Wunsch bei der Goldschmiedin Pamela Harig. Der Laden „PAM“ ist in der Innenstadt von Palma de Mallorca, Can Puigdorfila 8, gut zu finden. Sehr freundlicher und kompetenter  Service, Bestellungen werden auch telefonisch und via Internet besprochen.

14. September 2011

Der Elitepartner

by G. B.

Unter dem Titel “Dem Partner modisch auf die Sprünge helfen” hat sich die Partnervermittlung “Elitepartner” erfolglos darum bemüht, das Thema Männer und Bekleidung zu erhellen. Zielsicher wird jedes Klischee bemüht. Wir zitieren:

” Samstagnachmittag, Bundesliga und schwups ist sie da: die heißgeliebte Jogginghose mit den ausgebeulten Knien. Herrlich gemütlich, denn sie wurde seit Jahren ordentlich eingetragen. Die Waschmaschine sah sie so selten wie möglich, schließlich musste der Stoff ja geschont werden. Kaffeekränzchen bei den Schwiegereltern? Da fällt seine Wahl zielsicher auf das gute, alte Karo-Hemd. “Mann” will sich schließlich wohlfühlen und hat schon so manche brenzlige Situation souverän mit genau diesem Hemd gemeistert. Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann gehören Sie zu den zahlreichen Frauen, deren Partner ein echtes Styling-Problem haben”.

Wir fürchten, Elitepartner hat ein echtes Problem mit seinen männlichen Mitgliedern, denn der “Elitepartner” für die modebewußte Frau scheint ja bekleidungsmäßig eher ein Wasserhäuschen-Steher zu sein. Dazu wird uns auch noch die obligatorische Umfrage serviert:

“Wie eine Umfrage der Partnervermittlungsagentur ElitePartner ergab, würde jede zweite Singlefrau niemals einen Mann in Cowboystiefeln oder mit String-Tanga daten. Doch von diesen kleinen Modesünden sollte sich das weibliche Geschlecht nicht abschrecken lassen. Wie Sie Ihrem Partner zu einem besseren Kleidungsverständnis verhelfen? Beherzigen Sie zwei Dinge: Als allerstes gilt das Motto “Qualität ist besser als Quantität.” Außerdem steht fest: Selbst wenn man keine Ahnung von Mode hat, kann man sich doch einiges abschauen, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht.”

Positiv für alle Cobystiefelträger mit String-Tanga: die andere Hälfte der Single-Frauen, die bei “Elitepartner” suchen, finden euch klasse! Wir finden: wenn man keine Ahnung vom Thema hat – einfach schweigen.

9. September 2011

Am Kragen

by G. B.

Unter dem Titel “Schlips ist Schicksal” bricht Josef Joffe in der Zeit eine Lanze für die Krawatte.

Wir zitieren gerne:

“Die Krawatte ist kein nutzloses Angebinde. »Eine gut gebundene«, lehrte Oscar Wilde, »ist der erste seriöse Schritt im Leben.« Sie ist das einzige Schmuckstück neben androgynem Kettchen oder fetter Rolex, das ein Mann noch aufbieten kann, nachdem die Husarenjacke ins Museum verbannt worden ist. Der Halsschmuck signalisiert als seidenes Überbleibsel: So waren wir mal, als wir im Löwenfell (Herakles) oder mit wehendem Federbusch (d’Artagnan) unsere Feinde verputzten. Hier maunzt kein Macho, sondern der historisch geschulte Mode-Soziologe. Es ist kein Zufall, dass die Weltmacht-Karriere der Chinesen erst begann, als sie den Mao-Look ab- und die Krawatte umlegten. Schlips ist Schicksal.”

1. September 2011

Gunsmoke: Ralph Lauren

by G. B.

RL ist schon ein Meister des Stils, man mag die Qualität seiner Produkte kritisieren oder die schier unendliche Warenwelt – von der Tapete bis zu Purple Label – für eine Homage an Pierre Cardin halten, trotzdem ziehen wir unseren Cowboy-Hut. Dagegen ist Tommy “Festus” Hilfiger einfach nur ein modischer Hilfssheriff.

Oprah Interviews Ralph Lauren from The Nobility on Vimeo.

26. August 2011

Carlo Mollino in München

by G. B.

Ab 16. September widmet das Münchner Haus der Kunst dem Designgenie Carlo Mollino eine umfangreiche Ausstellung. Mollino, der am 27. August 1973 in Turin starb, war ein Universaltalent, seine Arbeit umfasste Architektur, Möbeldesign, Fotografie und die Gestaltung von Rennwagen.

 

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