Gestern war es wieder soweit: Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Beobachtung besonders lächerlicherer Gepäck-Transportsysteme bei Männern. Hier im Bild der absolute Favorit, Rucksack in Weihnachtsmann-Dimension, der Träger, ein debil grinsender Berufs-Vegetarier, auf dem Weg zum Matterhorn, zum Einsatz in Afghanistan oder einfach nur zur Mutti, um die Schmutzwäsche abzuliefern. Auf einer Strecke von vier Bahn-Stationen hat der Quasimodo mit Gepäck-Buckel drei Mitfahrer angerempelt und eine Omi fast k.o. geschlagen.
Allein die Gattungs-Bezeichnung „Rucksack“, die uns ja eher an eine schmerzhafte Geschlechtskrankheit gemahnt, verbunden mit seiner ideologisch belasteten Gutmenschen-Outdoor-Trägerschaft, macht es dem Mann von Geschmack unmöglich, dieses Gerät außerhalb von Wanderwegen zum Einsatz zu bringen. Wir fordern ein sofortiges Rucksack-Verbot in allen öffentlichen Verkehrsmitteln, eine Wesensprüfung für Rucksackbesitzer und eine Rucksack-Steuer.
die Slow-Wear-Gemeinde vermisst Werner Theurich. Der Homo Stilensis des Spiegel hat seit dem 8. Januar 2009 keinen seiner – von uns zugegebenermaßen wenig geschätzten – Stil-Tipps mehr veröffentlicht. Wer hat Werner Theurich zuletzt gesehen, oder kann Hinweise auf seinen Verbleib oder Aufenthaltsort geben? Sachdienliche Hinweise bitte an mich.
Bei Jesper Ploug gibt es noch einige wenige Exemplare des legendären Valstarinos aus dem Lammvelours der Original-Gerberei. Steve McQueen, Humphrey Bogart, Ernest Hemingway, Marlon Brando und James Dean haben sie getragen. Nun gibt auch der letzte Gerber, der noch die Kunst der hochwertigen Lammvelour-Verarbeitung beherrscht, altersbedingt sein Geschäft auf. Jesper Ploug konnte sich ein Kontingent aus den letzten Fellen sichern. Wer möchte, kann zwischen 12 Farben wählen und so eines der letzten traditionell gefertigten Valstarinos ergattern.
Die Wirtschaftskrise trifft auch die Hersteller klassischer Herrenbekleidung Die im Rahmen der Milano Moda Uomo veröffentlichten Umsatzzahlen zeigen, dass Männermode im Jahr 2009 unterschiedlich stark von der allgemeinen Wirtschaftskrise in Mitleidenschaft gezogen worden.
Während im Segment der klassischen Anzugsmode zweistellige Umsatzrückgänge bei den italienischen Top-Labels die Regel waren, kamen die am Markt für Sportswear aktiven Unternehmen vergleichsweise glimpflich davon. Angaben der Beratungsfirma Pambianco Strategie di Impresa zufolge büßten im klassischen Segment die bekannten Brands Brioni, Corneliani und Kiton jeweils 15,1, 12,2 und 19,8 Prozent ihres Umsatzes ein. Auch der um das fünf- bis achtfache größere Branchenprimus Zegna Group verzeichnete einen beachtlichen, wenn auch weniger dramatischen Rückgang von 8,2 Prozent im Vergleich zu 2008, und stabilisierte sich um die 800 Millionen Euro Umsatz. Gegen den Trend verzeichnete Canali ein deutliches Plus von 17,2 Prozent, und erwies sich somit als einziger „Gewinner“ der Krise.
Deutschlands größter Modemacher Wolfgang Joop hat mit seiner Beschreibung der Hamburger Damenwelt für Irritationen in der Welt der Schönen und Reichen gesorgt. Wir zitieren: „Die wohlhabende Hamburgerin ist ja eine gelungene Mischung aus Pferd und Frau. Steppjacke, Möhrenjeans, Hermès-Gürtel, Lui-Vui-Tasche und Wildlederballerinas von Tod’s. Das Lifestyle-Blatt „BILD“ nimmt den Nestor des Stützstrumpfes mächtig auf’s Korn. Auch Hamburger Top-Prominenz geht mit dem Meister des Faltenwurfs hart ins Gericht. Wir zitieren BILD: „Ungezogen“, nennt Fischpapst Rüdiger (Käpt’n Iglo) Kowalke (62) die Aussagen des Modemachers: „Ich muss die Hamburger Damen in Schutz nehmen! Vielleicht kleiden sie sich klassischer als die Berlinerinnen, aber sie sind extrem stilsicher und elegant.“
Dirk Niebel, in unserem Auftrag in Sachen Entwicklungshilfe unterwegs, offenbart mit seinem Kriegsheimkehrer-Mützen-Look einen enormen Stil-Entwicklungshilfebedarf in eigener Sache.
Am 13. Januar 1968 tritt Johnny Cash im Folsom Prison auf. Das Album “At Folsom Prison” wird zu einem der erfolgreichsten aller Zeiten, Johnny Cash schreibt damit Musikgeschichte.
Johnny Cash tritt in den Folgejahren häufig in Gefängnissen auf, darunter auch in “San Quentin”.
Style icon: No one in particular because there are many great well-dressed men on this planet.
Suits are … Made by men for men. You can never have too many. A man without a well-fitted suit – is not a real man
Favorite accessory: Vintage watches (wearing wristwatches and collecting pocket watches)
Men need … A personal style, quality, bespoke suits, brown shoes, pocket squares and colourful socks
I like buying: Quality, I want my clothes to last for decades
German men are … Not what I usually have my mind on
Women should … Stop interfering! I don’t mind a compliment but I definitely don’t need any suggestions from a woman – when it’s about clothes.
Cristoffer Neljesjö is a man with a personal nonchalance mixed with “I don’t give a fuck” elegance. His website “Welldressed – style not trends” is about providing style inspiration via select photography and videos.