23. März 2015

Sartoria Colazzo: Marktwirtschaft handgemacht

by G. B.

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Wir haben ja am 24. und 25 April die Sartoria Colazzo zu Gast. So wollen wir unser Motto “Style is a State of mind” etwas mit merkantilem Esprit versehen und beweisen, dass Luxusprodukte nicht unbedingt eines zum Bersten gefüllten Bankkontos bedürfen, sondern es auch günstiger geht, wenn man die Wertschöpfungskette etwas entstaubt und alte Handels-Zöpfe abschneidet.

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Die Veranstaltung findet an einem zentral gelegenen Ort in der Frankfurter Innenstadt statt, Details bei Terminvereinbarung. Von unserem Angebot, den Besuchern auf Wunsch einen guten Kaffee zu offerieren, müssen wir leider Abstand nehmen. Dafür wird es neben dem versprochenen und gut gekühlten Glas Wein zum Ausgleich für den fehlenden Kaffee aber auch ein Glas Champagner geben.

Neben diesen Aspekten könnten dann auch noch folgende Einzelheiten zur Preisgestaltung von Interesse sein:

Jackett: ab 1100,00 Euro, Hosen: ab 250,00 Euro, Mantel (Wolle) ab 1200,00 Euro. Preise variieren natürlich mit der Stoffauswahl.

Tagesspecial: Cashmere-Jacket für 1450,00 Euro

Dazu erhalten Anzugkäufer auch noch die Möglichkeit, handgefertigte Krawatten zu Preisen von 60-80  Euro zu erwerben.

 

21. März 2015

Philosophie für Realisten

by G. B.

17. März 2015

Slow Wear bringt Sartoria Colazzo nach Frankfurt

by G. B.

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Am 24. und 25. April sind die Brüder Colazzo als Gäste von Slow Wear in Frankfurt. An beiden Tagen besteht für unsere Leser, Freunde und Kritiker an einem interessanten Ort in der Innenstadt die Möglichkeit, Anzüge, Jacketts oder Hosen nach Wunsch anmessen und fertigen zu lassen.

Wir hören schon die Worte der in Selbstzufriedenheit erstarrten Handelsszene: “Nicht sonderlich einfallsreich, macht ja mittlerweile jeder” – von wegen. Großer Vorteil für kaufende Kunden. Denn: Unsere Idee entspricht der Mission von Slow Wear zugunsten kleiner Hersteller – wir bieten die Plattform für die Familie Colazzo und verzichten auf die seit Archimedes geltenden Margensätze des Handels. Das Ergebnis sind hervorragend gemachte Kleidungsstücke zu sehr guten Preisen. Beispiel: Ein in Frankfurt angemessener und in Martano handgenähter Anzug aus Baumwolle kostet am 24. und 25. April 1350 Euro.

Dazu kommt noch ein Glas Wein, in Tasse Kaffee, die Aussicht auf ein paar weitere Produkte und Accessoires und das komplette Ausbleiben des üblichen “Aficionado” Geschwurbels. Kurzum: Individuelles Spitzenprodukt zum Stangenpreis für Männer mit Spaß an hochwertiger und gut sitzender Bekleidung.

Alle Produkte werden in Absprache mit den Colazzos mit einem verbindlichen Endpreis versehen. die üblichen “Schleiertänze” bei der Preisbestimmung fallen aus. Wir würden uns freuen, wenn diese Idee die Zustimmung von neuen und bestehenden Colazzo Kunden findet, denn dann werden wir in Zukunft häufiger mit solchen Pop-up Aktionen – natürlich auch jenseits des Mains – die befreundeten Hersteller unterstützen.

Mehr Details folgen in den nächsten Tagen. Wer Interesse an einem Termin oder Fragen dazu hat, meldet sich bitte bei gb (ät) slow-wear.de.

 

15. März 2015

Sieben auf einen Streich – Fragen an Cristiano Berto

by G. B.

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Style icon: Mr. Sal Cesarani

Suits are … I don’t wear suits, but mostly navy blazers, and for me a navy blazers is an essential item for mens elegance, especially when you play it with different elements, changing its original philosophy.

Favorite accessory … neck tie.

Men need: … to evolve and explore different perspectives in fashion.

I like buying … ties, stationery, old military toys from 60/70’s, books.

German men are … always searching for new styles and concepts and this made them very advanced.

Women should … try more masculine items, like blazers, workwear, wide pants and mens shirt, but most of all: wearing more ties.

 

Cristiano Berto ist einer der Köpfe hinter 1ST-PAT-RN, er bezeichnet sich selbst als Handwerker und Designer. Seine langjährigen Erfahrungen als Gestalter und Berater in der Modebranche sind heute auch die Basis für die Produkte von 1ST-PAT-RN.

9. März 2015

1ST-PAT-RN – Gut auf Tuchfühlung

by G. B.

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1ST-PAT-RN nennt sich die Marke von Silvia Piccin, Cristiano Berto und  seinem Bruder Alessio aus Follina (Treviso). Seit 2012 produzieren die beiden Jacken, Jacketts und Hosen, die von Uniformen oder Arbeitskleidung inspiriert sind. Daher auch der etwas sperrige Name 1ST PAT-RN – ein aus dem Militärwörterbuch entlehnter Begriff für den ersten Entwurf eines Kleidungsstücks.

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Eigentlich eher in der Hipster-Fraktion zuhause, hat sich das Produkt aber schnell auch für die klassisch orientierten Herren empfohlen. Die überwiegend aus Cavalry di Maglia, einer Art Sweatshirt-Soff, mit großem sartorialen Anspruch hergestellten Sommer-Jacken kommen ohne Einlagen und Kleber aus, sind handwerklich enorm gut gefertigt und auch sonst mit einem sehr schönen Hang zum Detail gemacht. Dazu kommt noch ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis: Kurzum – Ein absolutes „Basic“ für den Einsatz im Alltag.

Seit kurzem hat der famose Uwe Maier von Amtraq den Vertrieb in die Hand genommen und so dürfte 1ST-PAT-RN auch in Deutschland demnächst flächendeckend im Handel zu finden sein.

 

27. Februar 2015

Der Herr des Literaturbetriebs

by G. B.

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Zum Gedenken an Fritz J. Raddatz, für den Sprache zeitlebens der Maßanzug für das Gedachte war, ein Auszug aus dem Schriftverkehr mit der FAZ:

Raddatz antwortete (per Mail!): „Da Sie in Ihrer Anfrage von ,Stilfragen‘ sprechen, liegt mir daran zu betonen: Ich möchte kein Gespräch führen, das sich auf Manschettenknöpfe, Messerbänkchen oder die widerwärtigen Sandalenträger beschränkt. Stil ist für mich ein durchaus erweiterter Begriff und schließt selbstverständlich die weit verbreitete Stillosigkeit mit ein: Darunter verstehe ich sowohl die Verkommenheit der Sprache (vor allem im Journalismus) als auch soziale Stillosigkeit; etwa dass der Milliardär Gerd Bucerius sich zeitlebens weigerte, für seine Redakteure eine Altersversorgung einzurichten, oder dass Helmut Schmidt – seine Sicherheitsbeamten wie persönliches Personal behandelnd – sie etwa kürzlich nach einer internationalen Konferenz ,Rollt mich hier raus‘ anblaffte, als seien sie der Pflegedienst; noch dazu per Domestikenduzerei. Wenn wir uns über diese inhaltliche Skizzierung einigen könnten, stehe ich zur Verfügung. Zum Technischen: Ich reserviere in meinem Kalender Freitag, den 17. August, 16.00 Uhr und möchte Sie bitten, im Hamburger Grand Hotel Elysée, wo ich bisher alle meine Interviews führte, ein entsprechendes Konferenzzimmer mit Raucherlaubnis auf F.A.Z.-Kosten zu reservieren.“

Zum Hintergrund noch ein kleines erbauliches FAZ Interview mit Raddatz  aus dem Jahr 2012. Thema: “Stil braucht Lässigkeit

12. Februar 2015

Cowboy vs. Pussy

by G. B.

 

 

Kasper

von Jürgen Wolf

Berlin gesehen. München gesehen. Fashion gesehen. Sport gesehen.

Für Florenz bin ich noch nicht stark genug. Bislang lese ich zwar die Berichte darüber, kann aber nur unter therapeutischer Betreuung einer mit mir befreundeten Psychologin die Bilder der Besucher anschauen. Entweder die Herren sehen aus wie im London zu Zeiten von Dr. Jekyll and Mr. Hyde oder wie Pussies. Bei aller Liebe. Heritage ist ein lustiger Gag, aber auf Dauer keine Lösung. Wir leben ja im Jetzt. Und im Jetzt sehe ich auch keinen Platz für überdekorierte Männer, die sich zurechtmachen wie ein drittes Geschlecht.

Wo soll denn die Reise für den Mann hingehen?

Wie sähe denn heute ein schwarzer Ritter aus?

Wie der Held aus Platoon?

Wo sind die neuen Helden?

Hat es was mit einer Rückkehr der Männlichkeit zu tun, wenn auf der Pitti alle mit einem Bart herum staksen? Aus welchem Grund tragen alle Männer in den Menswear Werbungen einen Bart?

Gärt da etwas oder ist einfach etwas aus den Fugen geraten?

In die Menswear strömt eine neue Generation von Kunden. Männer im Alter von Mitte 30 bis Mitte 40. Männer, die im Job stehen, eine Familie haben, einen 5er BMW fahren, aber ihre Jugend nicht mehr ablegen wollen. Zu Recht! Eine Jugendlichkeit, die sich darin äußert, dass ein beachtenswerter Anteil dieser Gruppe in jungen Jahren mit Skaten, Snowboarden und Surfen in Berührung kam. Im Gegensatz zum Turnen oder Fußball wird bei diesen Actionsport Arten eine umfassende Lifestyle Welt vermittelt und in der Zeit von 1975 bis 2000 war die Jugend extrem offen für diese komplett neue Lebenswelt. Diese Bewegung ging gefühlsmäßig unter die Haut und hat eine ganze Generation verändert. Der Einfluss aus dieser neuen Kundengruppe wird aber in der Menswear bisher ignoriert oder bestenfalls falsch interpretiert.

Zeichen

Nehmen wir mal an, ein siegreicher Kämpfer kommt auf die Idee sich die Lila Schwanzfeder eines exotischen Vogels an das Band seines Helmes zu klemmen, dann ist das noch lange keine Aufforderung an den Rest, es ihm gleich zu tun. Die dürfen höchstens und auch nur wenn sie zum innersten Zirkel gehören, die Spielkarte „Pik-Ass“ am Helm tragen. Der Rest lässt besser die Finger von solchen Zeichen. Ins „Jetzt“ übertragen, war dies der Fall beim Thema Bart. Der Trend kam vom Snowboarden und hatte seinen Ursprung in der praktischen Idee, dass ein Bart das Gesicht vor Kälte, Schnee und Wind schützt, wenn der Rider in unwirtlichen Verhältnissen in AK (Alaska) unterwegs ist.

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Dann kommt irgend so ein Pariser Modell auf den Plan und „klaut“ den Bart für die Mode. Kurz darauf ist der Bart hip und alle sind hyper hyper. Vor allem die Menswear. Endlich kann auch die konservativste Marke zeigen wie cool sie in Wirklichkeit ist. Oder vielleicht auch nur sein könnte, wenn es einen da draußen gäbe, der es glaubt. Am Ende zeigt es nur wo die Branche angekommen ist. Es wird so wahllos geklaut und in einer so atemberaubenden Geschwindigkeit umgesetzt, dass alle nach kürzester Zeit wieder gleich aussehen. Und dann, liebe erzkonservativen Menswearer, kommt mal aus dieser Nummer wieder raus und erklärt eurem Kunden wer ihr wirklich seid. Warum ihr eure Models nach Bärten ausgesucht habt und nicht aufgrund der gegebenen DNA eurer Marken. (Übrigens gibt es diese Marken DNA immer, auch wenn manch eine Marke sie einfach nicht finden will)

Pitti vs. ISPO

Ein Besuch auf der ISPO. Hier werden in erster Linie Sportgeräte verkauft und in zweiter Linie Bekleidung, die man zum Benutzen dieser Sportgeräte braucht. Wichtig zu wissen: es ist nicht umgekehrt. Die Generation über die ich weiter oben sprach, ist sportlich orientierter als es diese Altersgruppe jemals zuvor war.

Die bunten Daunenjäckchen, mit denen der Handel (inkl. Aldi) seit Saisons glänzende Geschäfte macht und offensichtlich denkt, dass dies noch endlos weitergehen kann, haben ihren Ursprung im Klettern. Ihren Durchbruch erreichten sie aber über den Trend des Tourengehens, der vor einigen Jahren seinen Siegeszug nahm (Zielgruppe: siehe oben). Dort trug man diese federleichten Jacken, mit einer hohen Komprimierbarkeit, da sie bei Nichtgebrauch easy im Rucksack zu verstauen sind. Der Geist des Tourengehens wurde mit diesen Jacken in die Großstadt, den Alltag, verfrachtet. Das große Gefühl der Freiheit am Berg war dann auch noch in den Schluchten der Frankfurter Innenstadt zu verspüren. Oder auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin.

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2. Februar 2015

Am Modepimmel

by G. B.

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Wir lesen unter der Überschrift: „Aufgepasst, Männer! Das sind die neuen Moderegeln“ einen Beitrag von Adriano Sack. Der Einstieg: „Wo geht es denn nun hin mit dem Mann von heute? Ist es der Lumbersexual (Neohetero im Holzfällerhemd), der Brogrammer (Nerd mit Muskeln), der Gentleman (Einstecktüchersammler)? Und was sagen die Designer in Mailand und Paris dazu?“ führt zu einer Übersicht aktuellester Kuriositäten, die „Mann“ trage soll.

Wer es nicht liest, versäumt nix. Erkenntnis: Das Zeug sieht aus wie Karnevalkostümierung, Moderegeln sind was für Label-Knechte und Einstecktücher auch kein Zeichen für einen echten Gentleman.

23. Januar 2015

Basic Instincts

by G. B.

von Jürgen Wolf

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In unserem Hirn gibt es eine Zone, in der das dopaminerge System beheimatet ist. Zumindest behauptet die Neurobiologie das. Dort wird der Neurotransmitter oder auch kurz Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Die bemerkenswerte Besonderheit dieses dopaminergen Systems ist die Tatsache, dass es beim Menschen bis zum ca. 20 Lebensjahr braucht, um sich komplett zu entwickeln. Bis dahin schießt das System um die 100 Mal am Tag, befeuert von immer neuen äußeren Reizen. Danach nimmt die Intensität stetig ab.

Bei einem 60 jährigen feuert es vielleicht noch 5 Mal am Tag. Die Erklärung liegt vereinfacht gesagt, darin, dass sich der Mensch recht schnell an Reize gewöhnt und Erlebnisse, die unter die Haut gehen, nicht mehr so oft vorkommen. Man kann diese Reize aber selber schaffen. Erlebnisse beim Sport, vielleicht sogar wagemutige, sind eine Möglichkeit. Sex kann eine andere sein. Soweit der Exkurs ins Gehirn. Aber was hat das mit Mode oder dem Kaufverhalten des modernen Menschen zu tun?

Wenn mich meine Kinder oder Freunde fragen, was ich mir zum Geburtstag wünsche, denke ich eine Weile nach und antworte dann: Nichts. Einen neuen Ski oder ein neues Motocross-Bike kaufe ich mir selbst. Meine Bedürfnisse sind auch erschreckend geschrumpft. Meinen Freunden geht es ähnlich. Das dopaminerge System schießt halt nicht mehr bei jedem Scheiß. Bei einem siebenjährigen Jungen ist das einfacher: 1 x Spielzeugauto. Bei einem gleichalterigen Mädchen auch: 1 x Barbie Puppe. Beide haben aber dutzende Autos und Puppen. Scheißegal. Das System feuert Salven von Dopamin und alles ist spannend.

Der Jugendliche ist ebenfalls noch unter massivem Beschuss, was ausreicht, um weibliche Vertreter der Spezies zweimal wöchentlich zu H&M oder Primark wetzen zu lassen. Die Jungs fahren jeden Tag und jede freie Stunde auf einem Skateboard herum. Kinder kaufen irgendeinen Modescheiß, ziehen es 1x an und genießen den Effekt des Zeigens, des in Szene setzens. Der finale Dopamin-Schuss kommt beim posten des Selfies. Erwachsene befremdet dieses Verhalten eher.

Kollektionen bis zur Übersättigung

12 Kollektionen bei Tom Tailor und S´Oliver helfen anfangs schon für eine Befeuerung mit Dopamin. Vor allem dann, wenn davor das 2-Kollektionen Zeitalter lag. Irgendwann nervt es aber. Der Mensch stumpft ab und das Gegenteil der gewünschten Wirkung tritt ein: abstoßende Übersättigung und kompletter Verlust des Gefühls dafür, was eigentlich gerade Mode ist. Die Antwort würde eigentlich lauten: alles. Das wiederum hat zur Folge, dass ich auch alles anziehen kann und zumindest nicht unmodisch rüber komme. Cool. Zumindest für den Endverbraucher. (Weiterlesen…)

14. Januar 2015

Sparhose

by G. B.

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In der FAZ schreibt Jennifer Wiebking unter dem Titel „Das Volk der Schnäppchenjäger“ über die Gründe, warum sich trotz nationaler Konsumlaune der deutsche Kunde nicht mehr so richtig für Bekleidung jenseits der Billiganbieter oder der Schlussverkäufe erwärmt. Dabei geht es nicht nur den geilen Geiz, sondern auch darum, dass die Hersteller und Verkäufer eigentlich nix spannendes zu erzählen haben, wie auch schon Jürgen Wolf an dieser Stelle analysierte. Dazu kommen dann noch „Marken“, die nicht mehr für die einst so geschätzte Markenqualität, sondern nur noch für Labels stehen.

Diese Erkenntnis macht auch nicht vor den Verkäufern hochpreisiger Herrenbekleidung halt, denn auch hier kommt die PT sowieso Hose gerne aus Rumänien (nach unserem Atlas gibt es hier keinen Ort Namens Torino), wo sie sicher nicht aus Gründen höherer handwerklicher Qualität gefertigt wird. Aber auch das Maßhemd aus Neapel ist oft genug nachlässig verarbeitet – was der Händler unseres Vertrauens mit einem Augenzwinkern und dem Verweis auf die italienische Mentalität zu erklären sucht – bei einem Preis von 350 Euro kein überzeugendes Argument. Kurzum: Wo die Verkäufer weder für reizvolle und begehrliche Produkte noch für die Qualität ihrer Lieferanten garantieren können, sucht sich der Kunde eben andere Waren oder Kanäle, entweder den Schlussverkauf, das Outlet, Ebay oder einen der unzähligen Onlineshops.

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