8. Januar 2012

In Schuhgewittern

by G. B.

Unter dem Motto „Zeig Wulff den Schuh“ haben sich einige Berliner mit der Blaupause einer Protestform aus dem arabischen Raum vor dem Amtsitz des Bundespräsidenten aufgebaut und viel schlechtes Schuhwerk in die Luft gehalten.  Absolut niederschmetterndes ästhetisches Erlebnis.

 

7. Januar 2012

Ein wahrer Präsident

by G. B.

Unser liebster Bundespräsident bleibt Walter Scheel, ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle, unvergessen auch seine tolle Frau Mildred, die besonders durch Stil und Intelligenz auffiel.

In der Debatte um den derzeitigen Bundespräsidenten ist aus unserer Sicht alles gesagt: alle Berufsbetroffenen, Moraltheoretiker und natürlich der deutsche Socialmedia-Denunziant haben sich zu Wort gemeldet. Schön, der Mann hat kein besonderes Format, hatte er allerdings zu keiner Zeit, aber seit wann ist Format eine Eigenschaft, die von Politikern erwartet werden darf?

Nun ist ja bekanntlich Leine Wulffs Rubikon, und uns fällt auf, dass wir aus Hannover eigentlich bisher nur viel politisch problematisches und wenig talentiertes vernommen und gesehen haben – warum also die Überraschung, wenn sich ein Mann aus der Stadt von reichen Freuden einladen lässt oder auch Mal was borgt.  Ansonsten ist die Stadt ja ohnehin arm an Ereignissen, was den Drang Wulffs zu einem etwas anregenderen Lebensstil zumindest verständlich macht. Was bleibt: Wir finden an Hannover stilistisch hauptsächlich H.B. Möller interessant und sehr erwähnenswert, einer der besten deutschen Herrenausstatter, der seit vielen Jahren recht unaufgeregt textiles Format in die niedersächsische Landeshauptstadt bringt.

 

 

 

5. Januar 2012

Pflegefall

by G. B.

Die Waschanleitungen in hochwertigen Textilien sind ja meist kryptisch, hier nun die ehrlichste Variante.

3. Januar 2012

Telefonmann

by G. B.

 

31. Dezember 2011

Ich Tarzan Du Jane

by G. B.

Wir lesen in der von uns sehr geschätzten Textilwirtschaft unter dem Titel „Ich Kerl Du Dandy“ ein maßlos langweiliges Interview. Befragt werden – wir zitieren: „Karl-Heinz Müller, Viertagebart, Einzelhändler, Chef der Streetwear-Messe Bread& Butter, und Jan-Henrik M. Scheper-Stuke, Seitenscheitel, Connoisseur, Kopf der Krawattenfirma Edsor“.

Leider kommt in dieser Befragung wenig Wissenswertes zu Tage, aber wir lernen viel über Verkleidung, Hybris, mässiges Sprachvermögen und den Unterschied zwischen erwachsenen Männer und der “sensiblen” Generation.

 

28. Dezember 2011

… wir sind nur die Kandidaten

by G. B.


Hape Kerkeling ist der Krawattenmann der Jahres 2011 – diese sinnentleerte Anerkennung wird jährlich vom Deutschen Modeinstitut vergeben. Die Kriterien für die Vergabe dieser “Auszeichnung” sind ein Mysterium und wir fragen uns, warum Deutschland eigentlich ein Mode-Institut braucht, das offensichtlich keinen sinnvollen Beitrag zum Thema leisten kann.

22. Dezember 2011

Christoph Waltz erklärt den Unterschied zwischen Deutschland und Österreich

by G. B.

20. Dezember 2011

Sartoria Colazzo

by G. B.

Selten, sehr selten gibt es noch etwas Neues im Reich der Herrenbekleidung zu entdecken. Nun ist die Sartoria Colazzo zwar kein Newcomer, da bereits 1966 gegründet, aber der Familienbetrieb hat sich zum ersten Mal bei M&W in Bad Soden dem deutschen Publikum präsentiert. Große Freude, denn die Anzüge und Jacketts, die in dem kleinen Städtchen Martano in Apulien von Hand gefertigt werden, fallen nicht nur durch Qualität und Passform auf – erstaunlicherweise sind die Colazzos auch in der Lage, eine vernünftige Hose zu produzieren, eine Fähigkeit die wir bei vielen der neapolitanischen Kollegen seit langem vermissen.

Aber von Anfang an: Manfred Müssig hat die Sartoria Colazzo in Apulien entdeckt und die Schneider nach Bad Soden eingeladen. Der Service ist gut: Vater und Sohn Colazzo reisen an, nehmen Maß und nach ca. vier  Wochen gibt es einen zweiten Termin mit Anprobe, kurz danach wird das fertige Produkt ausgeliefert. Abgesehen davon, dass durch  Proben die Passform enorm verbessert wird, aufwändiges ändern entfällt und das Wunschprodukt natürlich von Stoffauswahl bis zur Farbe des Innenfutters individuell gestaltet werden kann, erfreut auch der Preis.

Das handgefertigte Produkt aus dem Haus Colazzo  - in puncto Qualität und Verarbeitung nach Aussagen von Branchenkennern auf dem Niveau von Kiton und Attolini – kostet bei M&W nicht mehr  (natürlich abhängig von dem gewählten Stoff) als ein besserer Zegna-Anzug oder die Einstiegsware aus dem Hause Partenopea – allerdings wird fürs Geld deutlich mehr geboten.

 

Den nächsten Besuch der Colazzos bei M&W in Bad Soden werden wir rechtzeitig ankündigen.

 

18. Dezember 2011

Denn sie können nicht was sie tun

by G. B.

 

Ein gelungenes Beispiel für eine misslungene Renovierung bietet das Operncafe am Frankfurter Opernplatz. In einer Stadt, die ihre Baugeschichte seit jeher mit der Abrissbirne streichelt, war das Opercafe über 30 Jahre ein gut gemachtes, durchaus patiniertes, Restaurant, das einstmals mit Geschmack und viel französischem Möbel als Nachfolger einer marxistischen Buchhandlung entstand. Das Operncafe eroberte als „Cafe wichtig“ schnell die Herzen der Frankfurter und bot zu Hochzeiten eine wunderbare Gäste-Melange vom Autor bis zum Zuhälter.

Gerne erinnern wir uns an die Kellner-Legenden Herr Rüdiger und Herr Wolfgang – dessen Bekanntheit wurde durch den als Türken (Ali) verkleideten und prompt unbedient geblieben G. Wallraff (Betroffenheitsbericht dazu damals im Stern) enorm gesteigert. Trotz eines kontinuierlichen Niveauverlustes (sowohl im gastronomischen Angebot als auch in der Qualität der Gäste) konnte sich das Operncafe über die Jahrzehnte behaupten, das Mobiliar klassisch, der Rest etwas in die Jahre gekommen, aber eben mit Geschichte.

Nun hat man das Operncafe nicht nur renoviert sondern umgebaut – was entstanden ist, lässt uns stumm zu Boden blicken. Aus einem klassischen Bistro mit sichtbaren Spuren wurde ein Gemisch aus Vapiano und Starbucks, das irgendwie so aussieht, als strebe es nach der klassischen Note, die ja gerade von Ahnungslosen wegsaniert worden ist.  Der seit Jahrzehnten von einem Filmplakat  (Garcon) fröhlich blickende Ives Montand wirkt nun wie ein Asylant, quasi späte Rache des Ali Wallraff.

Moritz Hunzinger, ein Frankfurter Sohn und langjähriger Gast des Operncafe fasst die Situation gewohnt gefasst zusammen: “Das alte Operncafe hatte seine Patina – und Nachteile: Es zog kühl am Eingang und müffelte schon abgangs bös nach Klo. Aber es war ja das gute, alte Operncafe. Im neuen Operncafe zieht’s nicht mehr am Eingang. Dafür sieht es aber danach aus, als hätte es eine ambitionierte Gastwirtsehefrau aufgemöbelt. Wozu gibt es wohl Innenarchitekten? Nun, in 20 Jahren wird das Operncafe wieder Patina haben.“

Positives gibt es aber auch zu vermerken: Küche und Weinangebot haben sich enorm verbessert und immerhin sind mit Carlo und Klaus noch zwei Kellner an Bord, die an die optisch besseren Zeiten des Operncafe erinnern.

 

17. Dezember 2011

Window of stupidity

by G. B.

RSS Feed Technorati