13. Juni 2016

Pack die Badehose ein: Fragen an die Macher von Poleit

by G. B.

Poleit_KRK_EP_0012

 

Wer steht hinter der Marke Poleit?

Fünf Männer die seit Jahren gut miteinander befreundet sind und zu viel Zeit hatten.

Wien ist ja kein klassischer Badeort. Wie seit ihr zu dem Thema Badehosen gekommen?

Wenn man Mitte 20 ist und am Ende des Studiums steht, für das man sich mit 19 Jahren entschieden hat sind Mama und Papa zwar stolz auf ihre Söhne, sich selbst drängt sich hingegen die Frage auf was man nicht hätte auch anderes machen können. Wenn man dann noch mit seinen besten Freunden vier Wochen in Nordspanien am Meer aus einem alten Saab Kombi lebt kommt man wohl auf so ’ne Idee.

Poleit_KRK_EP_0009

Wo geht ihr gern ins Wasser?

Am liebsten sind wir im Meer, außerdem bietet Österreich einige schöne Seen mit unglaublich klarem Wasser. Pool geht natürlich immer.

Wie sind die Zuständigkeiten in eurem Team verteilt?

Wir setzten auf Teamwork: Wir versuchen bei allen Aufgaben die anfallen zusammen zu arbeiten, jedoch sind Bereiche wie Design, Administration PR und Finanzen klar verteilt.

Worauf legt ihr beim Design wert?

Wir versuchen die Inspirationen aus Magazinen, gehörter Musik, Fotografie oder Alltagssituationen in unsere Designs einfließen zu lassen. Wir versuchen dem derzeitigen Herren Bademodenmarkt eine spannende Alternative zu bieten, und das zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis.

nic_1256

Welche Bedeutung kommt der Funktionalität zu?

Jeder Kunde hat individuelle Bedürfnisse hat. Nicht nur Funktionalität, sondern auch Modebewusstsein, Preisklasse, Langlebigkeit und Strapazierfähigkeit sind zum Beispiel ein paar Fragen, die man sich als Kunde vor dem Kauf einer Badehose stellen sollte. Was eine richtig gutsitzende Badehose können sollte, ist jedoch klar: Blicke auf sich ziehen.

Und wie wichtig ist das Surf-Beach-Feeling am Bein?

Wir glauben es gibt genug Brands die sich damit beschäftigen das Surf-Beach Feeling cool rüber zu bringen. Ein Grund mehr für uns in eine andere Richtung zu gehen.

Wo lasst ihr produzieren?

Derzeit in Istanbul, die neuen Teile unserer Kollektion produzieren wir in Österreich.

Wer führt Poleit Badehosen?

WIER, Strandmeister, Comerc und Zerum in Wien und Linz, Sunsetstar in Graz.

nic_0092

Welche Stil-Tipps habt ihr zum Thema Badehosen?

Der generelle Trend ist derzeit sicher oberhalb der Knie.

Absolutes no-go im Badehosen-Universum?

Uns gefallen extrem lange Boardshorts nicht so. Aber das ist bestimmt eine Geschmacksfrage.

Wie wollt ihr die Marke weiter entwickeln? Gibt es Pläne/Ideen/Produkte für die nächste Zeit?

Wir sind gerade mitten in der Produktionsphase für unsere SS17 Kollektion. Damit haben wir auch eine größere Werbekampagne geplant mit einem eher untypischen Konzept für Bademode. Wir freuen uns drauf.

Schenkt uns eine Weisheit

POLEIT sogn’d Leit.

Das Poleit-Team besteht  aus Hannes und Alexander Leitenbauer, Daniel Polster, Mario Opresnik und Heiko Kienleitner. Der Online-Shop ist auch für Nicht-Österreicher unter www.poleit.net geöffnet.

 

9. Juni 2016

Vom Leder: Alexander von Bronewski im Interview

by G. B.

Alex Portrait - Foto by Mia Feline Goldenfox 6134

Wie sind Sie zum Lederhandwerk gekommen?

Vor etwa drei Jahren konnten wir hier in der Region niemanden finden, der hochwertige Gürtelschließen vernäht. So begann ich, mich mit der Materie zu beschäftigen – online und über alte Handwerksbücher. Ausserdem hatte ich das Glück, die richtigen Leute zu finden und zu fragen. Gerade anfangs ist es wichtig (wie fast mit Allem) etwas richtig gezeigt zu bekommen, um diese solide Basis dann für eigene Erfahrungen zu nutzen und Stück für Stück zu verbessern.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Die Tatsache mit einer der ältesten Materialien der Menschheitsgeschichte zu arbeiten. Die Charakteristik von gutem Leder und auch die Vielseitigkeit seiner Verwendung. Stücke zu schaffen, die geschätzt werden und auf Grund ihres Designs, der hochwertigen Materialien und der Verarbeitung das Zeug dazu haben lange Zeit Lieblingsstücke zu sein, vielleicht sogar vererbt zu werden. Die Freiheit, bei strahlendem Sonnenschein eine kurze Arbeitsunterbrechung zu beschließen, genau so wie bis spät in die Nacht an einem Stück zu arbeiten.

Rund und Diamantahle 6121

Was ist Ihnen bei der Herstellung wichtig?

Ich arbeite ausschließlich mit den Händen. „Handmade“ wird zur Zeit sehr inflationär verwendet, selbst für Arbeit die hauptsächlich an Maschinen stattfindet. Kernmerkmale für gute Lederarbeit, wie die Nähte und auch die Kanten, sind nur mit den Händen gefertigt richtig gut. Sobald es echte Handarbeit ist, überlegt man sich bei der Fertigung sehr genau welches Material man verwendet, was nötig und was unnötig ist. Ich könnte mit ein paar Werkzeugen und Materialien überall arbeiten, selbst ohne Strom.

Wer ist für das Design ihrer Produkte zuständig?

Ich greife auf Erprobtes zurück und lasse mich gerne inspirieren. Das Rad muß nicht neu erfunden werden. Ledererzeugnisse die bereits Jahrzehnte würdevoll Ihren Dienst im Alltag verrichtet haben können nicht falsch sein. Zu verstehen worin ihre besondere Haltbarkeit lag hilft mir als Autodidakt sehr. Diese Erkenntnisse lasse ich in meine Produkte einließen. Und dann gibt es natürlich den direkten Einfluss von Freunden, Familie und meinen Kunden.

Kantenhobeln 6129

Sie machen alles selbst?

Bei den Stücken die nicht ausschließlich aus Leder gefertigt werden, arbeite ich mit erfahrenen Näherinnen, die hier vor Ort bei einer sozialen Einrichtung tätig sind zusammen. Von ihnen werden zum Beispiel die Taschen aus dem gewachsten englischen Zeltplanenstoff/Canvas genäht. Wenn es dann wieder „ans Leder“ geht, komme ich zurück ins Spiel.

Haben Sie Vorbilder aus Ihrer Branche?

Natürlich. Ich habe das Glück einen perfektionistischen Mentor (Arno Buck) zu haben. Dieser schaut bei seinen Radtouren immer wieder auf einen Kaffee vorbei und nimmt gerne ein Stück selbstgebackenes Brot mit. Im Gegenzug schaut er mir kurz auf die Hände und gibt seinen knappen, treffenden Kommentar ab – das ist Gold wert. Und dann gibt es natürlich auch die entfernteren Idole wie z.B. Sima Prague, dessen Arbeiten ich sehr schätze. Ausserdem lasse ich mich von fast allem, was japanische Lederwerker fertigen inspirieren.

minimal wallet um die ecke 6119

Und welche sonst noch so?

Außerhalb der Branche gibt es immer wieder Großartiges und Großartige. Ein Bäcker, der noch seine eigenen Sauerteigkulturen pflegt, statt Backenzyme zu verwenden und gute, ehrliche Brot backt. Ein traditioneller Handwerker, dem es gelingt mit seiner Handarbeit Zeitloses mit Charakter, Charme und Seele zu erschaffen. Ein Musiker, der sein Instrument in höchster Perfektion spielt. Menschen die sich tagtäglich mit grossem Engagement sozial einbringen, wie beispielsweise Pflegepersonal. Es gibt so vieles. (Weiterlesen…)

5. Juni 2016

Cristiano Fissore – Comeback in Cashmere

by G. B.

CF1a

Cristiano Fissore war in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Synonym für höchste Qualität und beste handwerkliche Kompetenz bei der Herstellung hochwertiger Cashmereprodukte. Mit seiner Partnerin Lucia Bosisio schuf er ab Anfang der 1980er Jahre an der Ligurischen Küste in Zusammenarbeit mit kleinen „Laboratori“ Kunstwerke in Rippenstrick. Der geschätzte Herr Fissore war zu dieser Zeit einer der besten Amateur-Golfspieler und nannte seine Modelle etwas unkreativ „Drive Bunker“, „Eagle“ und „Birdie“. Aber gut, damals hatte der Sport ja auch noch mehr Exklusivität. Doch die Machart seiner Stickwaren – die sogenannte Maglie Inglese – war damals jedenfalls etwas ganz besonderes. Im Deutschen gewohnt technokratisch auch als Rippenstrick bezeichnet, vereinte diese Strickmethode zwei untypische Strickmuster: so erlangte diese Art der Garn-Verarbeitung schnell den Namen „Tipo Fissore“. Und noch ein weiterer Umstand machten das Produkt von Cristiano Fissore einzigartig: In den 80iger Jahren lag auf 100%igem Cashmere eine besondere Luxussteuer, die die Strickwaren aus dem edlen Material extrem verteuerte. In Kooperation mit der Filatura Chiavazza aus Biella entwickelten Herr Fissore und Frau Bosisio ein Garn mit 90 % Cashmere- und 10% Lambswool-Anteil. So wurde nicht nur die Luxussteuer umgangen, sondern die Strickteile konnten bequem in der Waschmaschine gewaschen werden und hatten nahezu kein Pilling.

Soweit, so schön. Großer Erfolg, beste Händler in aller Welt verkauften Fissore, die Kunden erlebten echte Cashmere-Hochkultur. Gianni Agnelli und Jackie Onassis waren Kunden des damaligen Cashmere-Papstes. Und dann kam, was in dieser Branche oft passiert: der billige Cashmere wurde entdeckt, bei Karstadt gab es Kaschmirpullover für 99 DM und die Händler waren wie stets nicht in der Lage, den Kunden echte Qualität zu verkaufen. Die Marke wurde schließlich an einen Strickproduzenten in der Nähe des Gardasees verkauft, der gerne den Glanz der Marke Fissore für sich einsetzen wollte. Allerdings mit einer überzogenen modischen Aussage, die weder Qualität noch Identität hatte. So wurde der „echte“ Cristiano Fissore klammheimlich vom Markt genommen und war vergessen.

William Wegman per Fissore 1994

Nun ist die Marke in neue Hände gekommen und das was von dort zu hören ist, gibt doch Anlaß zur Hoffnung. Denn den neuen Inhabern von Cristiano Fissore ist es gelungen, einen der wirklich alten und qualtitätsverrückten Strickproduzenten für eine Zusammenarbeit zu begeistern. Mit der Firma Loro Piana ist dann auch noch ein Garnlieferant im Boot, der das spezielle 90/10 Garn exklusiv nachempfindet und in 100% Cashmere produziert (In Italien ist die Luxussteuer auch Vergangenheit). Kurzum: Handwerklich und qualitativ kann mit diesen guten Voraussetzungen an die großen Zeiten der Marke angeknüpft werden. Wir sind gespannt.

 

 

 

28. Mai 2016

Im Gespräch mit Heiner Schneider

by G. B.

_H2A9928_-

In Berlin hat mit „Heiner Schneider“ ein neuer Herrenausstatter – inklusive angeschlossener Reinigung und Änderungsschneiderei – eröffnet. Und zwar mit einem richtig schönen Ladengeschäft und ohne den üblichen „Dresscode Berlin“ Style-Quatsch. Wir haben uns mit dem Inhaber des gleichnamigen Geschäftes, Heiner Schneider, ein wenig unterhalten.

Herr Schneider, mutige Entscheidung ein neues stationäres Geschäft zu eröffnen, denn der Untergang des Einzelhandels ist ja ein Dauerthema.

Für jede Regel existiert eine Ausnahme. Wir glauben, dass wir mit unserer Liebe und Leidenschaft zu neapolitanischen Handwerkskunst den Männern in Berlin etwas präsentieren und näher bringen können, was es in dieser Form in Berlin bisher nicht gibt. Wir haben großen Spass daran, unsere Kunden für unsere Produkte zu begeistern und sie gut einzukleiden. Und das geht nun mal nur in einem stationären Geschäft. Das Internet kann dies nur bedingt leisten.

Warum dieses Geschäft?

Wir haben schon lange Jahre ein großes Faible und eine große Leidenschaft für handwerklich produzierte Herrenbekleidung. Seit vielen Jahren haben wir die Branche als Kunden kennengelernt. Vor cirka drei Jahren kam es dann, dass der Inhaber eines Maßateliers in Berlin Schöneberg unerwartet verstarb. Ich war dort langjähriger Kunde und es stand zu befürchten, dass das Atelier geschlossen werden würde. Ich wollte unbedingt vermeiden, dass diese Handwerkskunst der fantastischen Mitarbeiterinnen verloren geht. Keiner in unserer Stadt kann die von mir so geliebten Knopflöcher so perfekt wie diese Schneiderinnen.

IMG_4389_

Ich habe dann den Laden übernommen, neu strukturiert, komplett modernisiert und aufgrund der stetig wachsenden Nachfrage die Anzahl der Mitarbeiter aufgestockt. Wenige Monate später, drohte auch die von mir seit Jahren frequentierte Reinigung geschlossen zu werden. Kurzerhand übernahm ich auch dieses Geschäft. So bin ich dann Stück für Stück als Neuling in alles hineingeschlittert. Vor knapp zwei Jahren wurde dann wenige Meter vom Maßatelier entfernt in der gleichen Straße ein Ladengeschäft frei, welches ich anmieten konnte. Daraus entstand dann zusammen mit einem Freund die Idee für einen eigenen kleinen Herrenausstatter.

Was wollen Sie anders machen?

Wir setzen nicht auf große und etablierte Marken sondern präsentieren kleine und innovative neapolitanische Handwerkskunst mit einem zeitgemäßen Konzept und Anspruch. Wir wollen unsere Kunden abseits der ausgetretenen Pfade für diese kleinen Manufakturen begeistern.

Wie sind Sie zum Thema Herrenbekleidung gekommen?

Als begeisterter und immer neugieriger Kunde.

Was interessiert Sie daran besonders?

Mit der Mischung aus Farben, Stoffen und Formen bzw. Schnitten der eigenen Persönlichkeit Ausdruck verleihen zu können.

Erkenntnisse und Regeln zum Thema Bekleidung sind ja nicht selten, was halteten Sie davon für wichtig?

Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden. Oder um es anders zu sagen: Jeder sollte auch im Bereich der Bekleidung das tun, was er für richtig erachtet.

Ihr Angebot mit Herstellern wie Isaia, Stile Latino und G.Abo richtet sich an wen?

Es richtet sich an Herrn mit fortgeschrittenen und ausgeprägtem Qualitäts- und Stilbewußtsein.

Header_

Wo kauft der Mann in Berlin ein und nach welchen Kriterien?

Ab jetzt kauft er bei uns ein. Mit viel Freude und Spass am Auswählen und Anprobieren.

Wo und was kaufen Sie?

Da wir für das Geschäft nur das eingekauft haben, was uns selbst 100%ig gefällt, sind wir mit Sicherheit unsere besten Kunden.

Sind Marken dabei wichtig?

Marken haben bei uns nur eine untergeordnete Bedeutung. Stoffauswahl, Farben, Verarbeitungsqualität und Passform sind für uns entscheidender.

Welche Bestandteile braucht die Herren-Garderobe nach Ihrer Ansicht heute?

Qualität, geschmackvolle Zusamenstellung und ein lockeres und gepflegtes Erscheinungsbild.

Wie stehen Sie zu Handarbeit und Massanfertigung?

Handarbeit und Massanfertigung sind für uns ein ganz wesentlicher Faktor. Mama´s Eintopf schmeckt ja auch besser als eine Dosensuppe.

Ist klassische Herrenbekleidung old school?

Nein, das Ziel sollte lediglich sein, die klassische Herrenbekleidung immer wieder neu zu interpretieren.

Und sind jüngere Kunde überhaupt bereit, für handwerklich gefertigte Bekleidung soviel mehr als für einen auch nicht schlechten Anzug von Massimo Dutti auszugeben?

Nach unserer Erfahrung ist das durchaus der Fall, so lange beim Kunden die Leidenschaft für hochwertige Herrenkleidung vorhanden ist. Das Alter des Kunden spielt dabei keine große Rolle.

Wie kann der Handel diese Zielgruppe erreichen?

Durch Beratung, überzeugende Präsentation und ein spannendes Sortiment.

Das Angebot und der Markt für Herren-Bekleidung wächst, der Handel, zumindest der stationäre, schrumpft eher. Der klassische Herrenausstatter-Laden ist ein Auslaufmodel, Monolabel-Geschäfte, Onlinehändler und Kaufhausmarken dominieren den Markt. Wie sehen Sie die Entwicklung des Handels in Deutschland?

Was Sie beschreiben, entspricht sicherlich den Tatsachen. Wir spüren dennoch, dass kleine Einzelhändler zunehmend ihr Klientel finden und insbesondere von denjenigen Kunden frequentiert werden, die sich im Onlinehandel und in Kaufhäusern nicht entsprechend aufgehoben fühlen.

Und wo steht Ihr Geschäft fünf Jahren?

Wir hoffen, in 5 Jahren eine große sartorale Fangemeinde um uns geschart zu haben, die unsere Leidenschaft teilt.

Schenken Sie uns zum Schluß eine Weisheit:

„Das Leben ist kurz. Brich die Regeln, verzeihe schnell, küsse langsam, liebe wahrhaftig, lache hemmungslos und kleide dich stilvoll (frei nach Marc Twain).“

Mehr unter: www.heinerschneider.de

 

 

24. Mai 2016

Und der Sommer passt: Sartoria Colazzo in Frankfurt

by G. B.

IMG_0295

Am 3. und 4. Juni sind die Colazzos wieder in Frankfurt. Wer noch vor der Sommerpause einen handgemachten Anzug, ein Jackett oder eine gut sitzende Hose haben möchte, kann hier ans Ziel seiner Wünsche kommen. Anmeldungen sind erwünscht. Bei Interesse bitte an gb(at)slow-wear.de.

Foto

22. Mai 2016

Sieben auf einen Streich – Fragen an Leonard Kahlcke

by G. B.

Stilikone:Historisch: Jack Johnson (70er Jahre), Michael Corleone, (80er Jahre) und Slick Rick. In meinen Londoner Jahren waren es Geschäftsmänner gehobenen Alters, die mich mit Ihrem Stil beeindrucken konnten.

Anzüge sind … auch wenn perfekt – mit schlechten Schuhen runiniert. Deshalb macht es Sinn, zuerst in gute Schuhe zu investieren.

Lieblingsaccessoire: Ein Amulett in Form einer schwarzen Plastik-Frauenhand, getragen am Kopfhörerkabel. Dieser Anhänger komplimentiert oftmals meine Garderobe und kann mehr als alle anderen Accessoires in meiner bescheidenen Sammlung.

 Männer brauchen …. weniger Angst. Weniger Macht. Weniger Geld. Mehr Glaube (im Sinne von trust) Mehr Liebe. Mehr Hoffnung.

 Ich kaufe gerne … in inhabergeführten Spezialgeschäften und bezahle mit Bargeld. Zum Beispiel, „men’s vintage clothes at David Saxby’s Old Hat in London“. Außerdem Tonträger mit schwarzer Musik, in einigen Fällen auch von weißen Protagonisten.

Deutsche Männer sind … eine Kategorie mit der ich mich nicht auseinandersetzen möchte. Aber die Geschichte zeigt, einige männliche Individuen aus diesem Land sind verantwortlich für zu bewundernswertes Kulturgut, andere für unfassbare Grausamkeit.

Frauen sollten …wissen, dass ich alle Sätze zuerst wie folgend ergänzt hatte:

Stilikone: Grace Jones.

Anzüge sind … auch an Frauen schön.

Lieblingsaccessoire: Ein Amulett in Form einer Frauenhand.

Männer brauchen …. die Liebe von Frauen.

Ich kaufe gerne … Strümpfe für Damen.

Deutsche Männer sind … nicht deutscher als Ihre Frauen.

Frauen sollten … weltweit Gleichberechtigung erfahren.

Leonard Kahlcke hat Kunst und Design an der HfG in Offenbach studiert. Versehen mit einigen Stipendien begann er im Jahr 2009 in Rotterdam mit seiner ersten Schuhkollektion. Er erhielt in der Folge das Stipendium der „Worshipful Company of Cordwainers“ am London College of Fashion und schloß dort sein Studium des Schuhdesigns ab. Seine Abschlußkollektion wurde 2012 in London mit dem „Dato Jimmy Choo Award“ ausgezeichnet und beim International Talent Support 2013 in Triest gewann Kahlcke den Preis „Accessory collection of the year“. In Frankfurt an der Neuen Mainzer Straße 22 unterhält er das „Schuhatelier Leonard Kahlcke„. Hier – auf rund sieben Quadratmetern in den Räumen der legendären Antiquitätenhändlerin Cornelia C. Barras – zeigt der Meister einige seiner Entwürfe, vor allem aber lagern hier rund 45 Paar Schuhe in unterschiedlichen Größen und Weiten, die Kahlcke als Basis für die Ermittlung der perfekten Paßform selbst entwickelt hat.

19. Mai 2016

P. & C. Habig – Aufstieg und Fall des Hutes

by G. B.

IMG_7594

Das Schild von P. & C. Habig hing an der Hauswand der Calle Larga XXII Marzo in Venedig.

Dazu ein wenig historischer Hintergrund (Quelle Wienbibliothek) zu diesem einstmals bedeutenden Hutmacher. Über die Gegenwart des Unternehmens verlieren wir aus Pietät kein Wort.

Hüte für fünf Kontinente: das Wiener Unternehmen P. & C. Habig

Peter Habig wurde am 29. Jänner 1839 im hessischen Salmünster geboren. Als Jugendlicher kam er mit Franz Auhl, einem entfernten Verwandten, nach Wien. Auhl hielt mehrere Patente im Bereich der Huterzeugung. Habig erlernte in mehreren Werkstätten das Hutmacherhandwerk, deren Ausbildung er 1858 in Korneuburg abschloss. Nach fünf Jahren als Geselle auf Wanderschaft heiratete er 1863 Auhls Tochter Adelheid. Sie brachte als Mitgift das Hutgeschäft ihres Vaters in die Ehe, das das Paar bis 1866 als kleinen Detailhandel mit einem Mitarbeiter weiterführte. Ab 1865 arbeitete Peter Habigs Bruder Carl mit, der ebenfalls von Salmünster nach Wien übersiedelt war. 1867 errichtete Habig eine eigene kleine Werkstätte, in der er Seidenhüte herstellte und sich zunehmend auch mit der Filzhutproduktion beschäftigte. Da zu dieser Zeit nur englische Fabrikate gefragt waren, wurden die Lagerbestände zunächst unter einem englischen Phantasienamen auf den Markt verkauft. 1871 machte er seinen Bruder Carl zum Kompagnon. Das Unternehmen trug ab diesem Zeitpunkt den Namen „P. & C. Habig“. Die Produkte wurden von nun an unter dem eigenen Namen abgesetzt, obwohl die englische Konkurrenz weiterhin sehr stark war.

Die Basis für den internationalen Erfolg wurde 1870 mit der Goldmedaille auf der Internationalen Ausstellung in Kassel gelegt. 1873 nahm Habig an der Wiener Weltausstellung teil und erlangte die bedeutende Auszeichnung „hors concours Juror“. Große Ausstellungserfolge erzielte er auch in Philadelphia (1876), Paris (1878), Antwerpen (1885), Brüssel (1888), Chicago (1893) und Paris (1900, „Grand Prix“).

1874 eröffnete Habig ein vornehmes Geschäft im Palais Todesco in der Kärntner Straße Ecke Walfischgasse. 1882 wurde eine moderne Fabrik in der Wiedner Hauptstraße gebaut, um den Exportaufträgen aus Europa und Übersee nachkommen zu können. 1896 wurde mit dem Bau des Habig-Hofs in der Wiedner Hauptstraße begonnen. Das Wohn-, Geschäfts- und Warenhaus wurde von Carl Holzmann und Heinrich Adam gestaltet. Das Geschäftsportal mit barockisierender vergoldeter Bekrönung durch einen kaiserlichen Doppeladler sowie die reiche Innenausstattung mit barockisierenden Stuckdecken und färbigem Wappendekor sind heute noch erhalten und denkmalgeschützt.

Von Algerien bis Uruguay

Das Unternehmen P. & C. Habig wurde Hoflieferant für die Herrscherhäuser in Österreich, England, Griechenland, Serbien, Nassau-Luxemburg und Preußen, außerdem Kammerlieferant für Kaiser Franz Joseph und für mehrere österreichische Erzherzöge. Peter Habig erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie die „Allerhöchste Zufriedenheit Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef“ und wurde unter anderem zum Ritter der französischen Ehrenlegion, zum Kommandeur des kaiserlichen russischen Stanislaus-Ordens II. Klasse und zum Ritter des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse ernannt. Neben den zwei Niederlassungen in Wien und der vornehmen Filiale in Berlin waren die Erzeugnisse in verschiedensten Ländern von Algerien über Indien und Russland bis Uruguay erhältlich. „Es gehörte zum guten Ton der Gesellschaft, einen ‚Habig-Hut‘ zu tragen. (…) Peter Habig gehörte zu den Begründern des guten Rufes der Wiener Mode, er war für die österreichische Bekleidungsindustrie ein Pionier“, formuliert es Gustav Otruba in seinem Beitrag im Band „Altösterreichische Unternehmer“. Habig war Gründer des Klubs österreichischer Hutfabrikanten und eines der wenigen nicht-adeligen Mitglieder des Wiener Golfclubs. Er war im Österreichischen Hutmodenverein und der Wiener Hutmacher-Genossenschaft engagiert.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Monarchie brach ein großer Teil der Kundschaft weg. Auch die Inflation und die allgemein schlechte Wirtschaftslage in der Zwischenkriegszeit machten dem Unternehmen stark zu schaffen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion auf ein Minimum heruntergefahren, da es an Materialien fehlte und Arbeitskräfte nicht verfügbar waren. In der Nachkriegszeit waren Habig-Hüte auf Kleiderkarten erhältlich. Der Betrieb wurde vor allem durch Reparaturen alter Hüte am Leben erhalten. Die Bedeutung des Hutes als Modeaccessoire nahm generell ab. 1969 wurde Carl F. Habig, geboren 1942, der alleinige Geschäftsführer. Das Geschäft in der Kärntnerstraße wurde verkauft, der Produktionsbetrieb wurde in der Wiedner Hauptstraße zusammengeführt und 1972 mit neuen Maschinen völlig modernisiert. Die Firma lieferte wieder in sechzehn Länder. Mittlerweile wird das Unternehmen in fünfter Generation betrieben: Seit 2006 entwirft und gestaltet Barbara Habig Hüte mit traditionellem Namen in Wien.

 

11. Mai 2016

Poleit: Bademeister aus Wien

by G. B.


badehoseno

 

Badeshorts sind bekanntermaßen ein Produkt der Surfer-Szene. Und so ist offenbar kein Hersteller dieser Schwimm- und Strandbekleidung in der Lage, die Inszenierung seiner Produkte ohne California, Surfboard, VW-Bully und ähnliche Accessoires zu bewerkstelligen. Wir gehen allerdings davon aus, dass die meisten Träger eher in Mallorca am Strand, am Wörthersee oder im Stadbad-Mitte zuhause sind. Wie auch immer, Sommer kommt, Badehose muß  – egal ob an der Strandbar oder auf dem Wuxx-Surfboard  – passen. Ein großes Angebot an Badeshorts präsentiert sich in dem riesigen Kosmos vom Sportgeschäft (Speedo) bis zum Herrenausstatter (Vilebrequin). Die Preise sind ebenfalls in einer enormen Bandbreite von 25 bis 450 Euro angesiedelt. Uns gefallen die Badehosen des Wiener Unternehmens Poleit. Gut gemacht, unterschiedliche und nicht überzogene Designs, super verarbeitet und mit einem angemessenen Preisschild versehen.

24. April 2016

Reigning Men: Fashion in Menswear

by G. B.

 

M.2012.188.179, M.2007.211.1094

The Los Angeles County Museum of Art (LACMA) presents Reigning Men: Fashion in Menswear, 1715–2015, a major survey exploring the history of men’s fashionable dress from the 18th to the early 21st century. Reexamining the frequent association of “fashion” with “femininity,” the five thematic sections of the exhibition’s 300-year survey—Revolution/Evolution, East/West, Uniformity, Body Consciousness, and The Splendid Man—reveal that early fashion trends were informed by what men were wearing, as much as they were by women’s dress.

In the 18th century, the male aristocrat wore a three-piece suit conspicuous in make and style and equally as lavish as the opulent dress of his female counterpart; the 19th-century dandy made famous a more refined brand of expensive elegance; the 20th-century mod relished in colorful and modern styles; and the 21st century man—in an ultra-chic suit by day and a flowered tuxedo by night—redefines today’s concept of masculinity.

17. April 2016

Im Gespräch mit Alessandro Dambrosio

by G. B.

IMG_0025

Wir trafen in München den italienischen Designer Alessandro Dambrosio. Der in Mailand geborene 42jährige Manager ist unter anderem verantwortlich für Volkswagen Group Design Interbrand Projects und leitet das Konzerndesignstudio in Braunschweig sowie das Audi Konzept Design Studio in München. Er engagiert sich darüber hinaus im Rahmen von „Moving Milan“ und dem „Audi Uni-verse“ sehr intensiv für den Design-Nachwuchs.

Beschreiben Sie uns bitte Ihre Aufgaben

Gerne. Seit 2014 bin ich Leiter des Konzept Design Studios in München und arbeite mit den beiden Teams Automotive Design und Industrial Design. In beiden Bereichen entwickeln wir Konzepte und unterstützen die Marken Audi, Lamborghini und Ducati mit Inspiration und Ideen. Wir sehen uns dabei als Creative Pool.

Im Audi Industrial Design steckt sehr großes Potential – durch die vielseitigen Themen, Projekte und Partnerschaften können wir auf besondere Art und Weise die Markenwerte von Audi unterstreichen. Gleichzeitig bauen wir ein Netzwerk zu Top-Partnern und Top-Marken wie zum Beispiel Leica oder Boesendorfer auf und positionieren Audi damit noch stärker als Designmarke.

Was begeistert Sie daran?

Es begeistert mich, mit so einem tollen und kreativen Team zusammen zu arbeiten. Es ist beeindruckend, wie inspiriert und mit welchem Herzblut das Team zu Werke geht. Spannend finde ich auch das Netzwerk, in das wir eingebunden sind und das wir mit unserer Arbeit bereichern können. Ich empfinde die Kontakte zu den anderen Designern im Volkswagen Konzern und den anderen Marken der Audi Group sehr spannend.

Unsere Arbeit setzt ein hohes Maß an Kreativität voraus. Das ermöglicht uns, Ideen umzusetzen und ganz konkret die Zukunft von Audi mitzugestalten. Ich habe eine große Leidenschaft für die Themen Auto, Motorrad und Produktdesign – und die kann ich hier in meiner Funktion einbringen.

Welchen Ihrer Entwürfe/Designs halten Sie für am meisten gelungen?

Ich liebe alle meine Projekte! Jedes neue Projekt ist für mich eine neue Möglichkeit, etwas dazu zu lernen und zu gestalten. Wenn ich zwei Projekte herausheben muss, dann diese:

Der Lamborghini Egoista. Eine Designstudie, die wir zum 50-jährigen Bestehen von Lamborghini gestaltet haben. Sie wird durch Inspirationen aus dem Flugzeugbau ergänzt – und das im Exterieur wie auch im Interieur. Dabei haben wir bewusst auf den intelligenten Einsatz von Materialien geachtet. Damit steht diese Studie ganz in der Tradition der Marke Lamborghini.

Und die Leica T, eine Premium Systemkamera. Leica passt ganz hervorragend zu Audi. Es ist uns gelungen, die DNA der beiden Traditionsmarken miteinander zu verbinden und ein Produkt zu gestalten, das durch Reduktion, Hochwertigkeit, Präzision und Progressivität überzeugt. Bestätigung haben wir unter anderem durch den Gewinn des Red Dot Designpreises und des iF Awards bekommen.

Sie sind ja in der Nähe der VW Teststrecke in Nardò groß geworden, haben Autos Sie schon immer fasziniert?

Als kleiner Junge habe ich so manche Ferien in der Nähe von Nardò verbracht, das stimmt. Ob mich Autos schon immer fasziniert haben? Aber ja, natürlich. Ich mag gerne schöne und schnelle Autos – davon habe ich schon immer geträumt. Alles hat mit dem Volkswagen Golf GTI angefangen. Mein erstes Auto. Schwarz. Der Kleine war leicht und schnell, das Design kam von Giugiaro. Ein tolles Auto…

Am anderen Ende des Spektrums: der Lamborghini Countach, gestaltet von Marcello Gandini. Dieser Supersportwagen war seiner Zeit weit voraus – Science Fiction für die Straße. Ich mochte aber auch schon immer die Alfa Giulietta SS von Bertone – und die Giulia als grünes Polizeiauto. Die sah man damals in jedem Film. Ich habe mich gleich in dieses aerodynamische Heck verliebt. Das beste Auto der Welt ist für mich der Lamborghini Miura – sehr leidenschaftlich.

Neben all den Autos mag ich aber auch gerne Motorräder. In meiner Garage steht eine Ducati Scrambler – die mag ich sehr. Und daneben eine Vespa. Natürlich.

 Gibt es im Design nationale Unterschiede?

Ja, ich denke schon. Ich glaube, in Nordeuropa legen Designer viel mehr Wert auf Funktionalität und Reduktion. Man kennt das ja: Form follows function. Oder: Reduktion auf das Wesentliche. Ich liebe präzises Design, vor allem präzises Design aus Deutschland. Im Süden Europas spielen Emotion und Gefühl eine sehr große Rolle. Hier ist Design ein Lebensgefühl. Ich finde aber, dass sich beides – Präzision und Gefühl – sehr gut miteinander kombinieren lassen.

Welche Produkte haben Sie als Designer geprägt/beeinflusst?

Ich habe Industrial Design studiert – an meiner Hochschule wurde die Tradition des Bauhaus gelehrt. Deshalb kam ich schon früh mit Entwürfen von Gropius, Itten, Breuer und van der Rohe in Kontakt. Ich habe schon immer die Gradlinigkeit, die Reduktion und die Funktionalität des Bauhauses gemocht. Als Italiener mag ich natürlich auch italienisches Design, zum Beispiel das Design der 50er und 60er Jahre, besonders das Design eines Castiglioni, Albini, Colombo, Gio Ponti, etc.

Auch Philippe Starck hat mich beeinflusst – er steht für charakterstarkes Design und entwickelt sich ständig weiter, erfindet sich permanent neu. Heute führt kein Weg an Apple und damit an Dieter Rams und Jonathan Ive vorbei. Deren Arbeit schätze ich wirklich sehr – sie ist zeitlos, durchdacht und nachhaltig.

Und dann gibt es noch den Automotive-Bereich, die italienischen Klassiker von Carozzeria Touring, Bertone und Pininfarina. Um noch ein Produkt als Einfluss zu nennen: der Citroen DS, die Göttin, ist ein einzigartiger Klassiker – neben dem Lamborghini Miura vielleicht das schönste Auto der Welt. Gestaltet wurde sie von Flaminio Bertoni.

Jenseits der Autobranche: Dem deutschen Mann wird ja gerne eine größere Nähe zur Gestaltung seines PKWs als zu seiner eigenen nachgesagt. Wie erleben Sie das im Vergleich zu Italien?

Ach, ich glaube, das sind Klischees. Für mich ist das eine Frage des persönlichen Lifestyles. Die Liebe zum Auto findet sich, meiner Erfahrung nach, bei beiden Nationen gleichermaßen wieder. Ich kenne aber im Gegenzug auch Italiener und Deutsche, die großen Wert auf Ihr Äußeres legen, jedoch keinen großen Wert auf Automobile.

Wir leben in einer Zeit, die sich permanent weiterentwickelt, die sich verändert. Es ist doch schön, dass es so viele Möglichkeiten gibt – so kann jeder leben, wie er es am liebsten möchte.

Wie beschrieben Sie Ihre Ansprüche hinsichtlich Ihrer persönlichen Gestaltung?

Mit einem Wort: elegant. Ich kombiniere sehr gerne – als Ausdruck meiner Persönlichkeit, als Ausdruck von Individualität. Mode ist mir sehr wichtig. Ich glaube, sie unterstreicht den Charakter.

Was ist für Sie bei Herrenbekleidung wichtig?

Ich mag keine modischen Trends, laufe nicht aktuellen Strömungen hinterher. Auch hier ist mir Zeitlosigkeit sehr wichtig. Bei der Auswahl der Bekleidung achte ich besonders auf Qualität. Und ich muss mich wohlfühlen.

Ist Handarbeit überflüssig?

Nein, zum Glück ist Handarbeit überhaupt nicht überflüssig – wird es auch nie sein. Ich halte Handarbeit und Manufakturen für sehr wichtig, denn sie stehen für Können und hohe Qualität – und damit auch für Nachhaltigkeit. Handwerk hat Tradition, das Können und die Erfahrung wird von Generation zu Generation weitergegeben. Somit steht der Mensch im Mittelpunkt und nicht die Maschine.

Für mich ist der Kauf bei einem Handwerksmeister eine emotionale Angelegenheit. Das Produkt aus einer Manufaktur erzählt immer eine Geschichte – etwas, das dieses Produkt von einem vergleichbaren unterscheidet. Der Mensch überträgt seinen Charakter auf sein Produkt.

Wo kaufen Sie ein?

Ich mag Maßanzüge – sie stehen für Präzision, Handarbeit und Individualität. Ein Schneider kann mir die Qualität anbieten, die mir sehr wichtig ist. Ich mag Sartoria Colazzo in Martano sehr – Alessandro Colazzo und ich sind befreundet und ich vertraue ihm völlig.

 

 

RSS Feed Technorati