17. April 2010

Und das ist auch gut so

by G. B.

Der Sartorialist Scott Schumann besucht Berlin und findet keine gut angezogenen Menschen. In der Welt schreibt Ulf Poschardt unter dem Titel “Arm aber unsexy” dazu einen klugen Artikel.

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11 Kommentare zu “Und das ist auch gut so”

  1. Hätte mich auch schwer gewundert…Uniformes Pseudo-Hipstertum in Kombination mit ungepflegter Schlampigkeit reichen eben nicht aus.

  2. der war einfach nur am falschen Ort… die Gentrifizierung vertreibt nunmal die gesamten interessanten und innovativen Leute, die sich um Mode / ihr Aussehen kümmern, aus den Bezirken die sie ursprünglich geprägt haben.

    Und da man mit Kunst/Design/Mode in Berlin nicht so gut verdienen kann wie in NYC, Paris & Mailand bleibt das auch so.

  3. Soweit kommt es noch, daß man sich hier hinreissen ließe, ausgerechnet für Berlin, La Capitale du Proll, die Stimme zu erheben. Andererseits: daß nun ausgerechnet ein Scott Schuman über die Qualität europäischer Metropolen bestimmen und zu allem Überfluß der größte Publizist aller Zeiten, Ulf Poschardt , dazu die Nachhut bilden soll (daß der sich überhaupt traut, das Wort “B e r l i n” noch einmal in sein Keyboard zu hacken…) – das schreit nun wirklich danach, aufzustehen und zu rufen: Liebe Fashion-Pipl, wir wollen doch die Kirche mal im Dorf lassen!

  4. Auch ich habe Herrn Schumann in Berlin gesehen und den routiniert gelangweilt wirkenden Auftritt eines Jetsetters erlebt, der in Sachen Style nur von einer Stadt uneingeschränkt begeistert ist: Mailand. Ansonsten, so Schumann, muss man überall lange suchen, bis man Leute mit Stil findet. Inzwischen, auch das wurde klar, ist Scott Schumann mehr oder weniger ständig unterwegs, um Shootings für Nespresso, Gap oder Vogue zu machen. Vielleicht auch deswegen wird sein Blog von Monat zu Monat schwächer und ist inzwischen weit davon entfernt, der ‘wichtigste Modeblogger der Welt’ zu sein.

    Unabhängig davon ist der Artikel von Ulf Poschardt nicht – wie Sie schreiben – klug, sondern der verbitterte Rap eines Münchners, der für seine teuren Klamotten in Berlin nicht die Anerkennung gekriegt hat, die er glaubt verdient zu haben. Dass die ‘protestantische Bohème’ die ‘Menschen mit Hermèstaschen, Yves-Saint-Laurent-Kleidern und -Hüten (…) als Störenfriede mit Reichen- und Vermögenssteuer in das Elend der Mittelstandsmode zurückdrängen’ wollen, gehört zum Dümmsten, was ich in den letzten Jahren gelesen habe – als ob es ein mit Wucht ausgelebter Sozialneid ist, dessentwegen die Haute Volée ihr Stilbewusstsein hierzulande nicht entfalten kann.

    Wie auch immer man Berlin und uns Leute findet, die hier wohnen – armselig ist, wenn man ein vermeintliches Stilbewusstsein der Stadt dadurch verargumentiert, dass EIN Blogger während seines Aufenthalts nur ein Bild aus Berlin veröffentlicht (Inzwischen ist übrigens noch ein weiteres dazu gekommen). Aber egal ob ein, zwei oder fünf Bilder beim Sartorialist – Berlin ist weder eine Stilwüste noch ist hier alles nur Chelsea Farmer’s Club. Hier, wie in München, Hamburg oder Frankfurt muss man die Augen sehr weit aufmachen, wenn man Menschen sehen will, die es drauf haben, sich gut anzuziehen.

  5. @SFJ Miehe: Danke! Danke! Danke!

  6. In Frankfurt, München oder Hamburg reicht ein Zwinkern.

  7. Lieber fremder Marius,

    Vielleicht an den – möglicherweise glamourösen – Orten, an denen Du verkehrst. Ich war gefühlte 1000 Jahre nicht in FFM, empfand aber auch HH oder M nicht als das Mekka der ebenso gekonnten wie wagemutigen Garderobe.

    Wie dem auch sei, pauschales Städte-Bashing ist a) wohlfeil und b) am Ende doch Geschmackssache.

  8. Ich kann nur was zu den Orten sagen wo ich mich häufiger in den “Standard”-Innenstädten aufhalte: Frankfurt, Düsseldorf, Köln & Essen und da variiert die Anzahl an „gut angezogenen“ Menschen fast nicht. Aber ich definiere das auch eher mit Stil, farblich interessanten Gesamtoutfit, Stoff/Materialkombinationen etc.

    Klar gibt es in FFM mehr Leute die schlecht sitzende Anzüge auch am WE tragen als in Essen od. auf der Kö sieht man halt nun mal Frauen die bling-bling Balmain Jacken tragen die 1/2 Preis von einem Kleinwagen haben (gibts auch bei H&M/Zara für weniger)… macht das die Leute „gut angezogenen“? In meinen Augen nicht

  9. Nein, das tut es nicht. Aber in Berlin – so ist nunmal mein Eindruck – ist es eben eher uniformes Hipstertum oder grau-grau. Ich habe die letzten 3 Jahre in FFM gearbeitet, lebe in Düsseldorf und bin aktuell in Berlin. Das ist ja kein Gebashe, das ist mein Eindruck

  10. Entschuldigung, wenn ich mich hier einmische. Aber was hochwertige Herrengarderobe mit einem individuellen Twist anbetrifft – also das, was die meisten hier wohl als “guten Stil” bezeichnen würden – ist Berlin so unleugbar Entwicklungsland, dass sich eine Diskussion in dieser Länge eigentlich gar nicht lohnt.
    Natürlich können sich Düsseldorf, München, Frankfurt und Hamburg nicht mit den internationalen Metropolen wie Mailand, Paris oder London messen. Aber die Präsenz gut angezogener Menschen ist auf ihren Straßen doch viel sichtbarer als in der selbsterklärten neuen Fashion-Hauptstadt an der Spree.

  11. [...] Auf Slow Wear hat GB auf einen Artikel verwiesen, der zusammenfassend sagt, dass der gute Scott in Berlin wohl [...]

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