17. Februar 2010
Wasserhäuschen auf Rädern
Das Bier-Bike – der pedalgetriebene Ferrari der mental etwas einfacher gestrickten – ist immer häufiger in unseren Innenstädten unterwegs. Obwohl CO2 frei, trägt das, mit meist besoffenen Männern besetzte, Fahrzeug doch erheblich zur optischen und auch akustischen Verschmutzung bei. Besonders schön zu lesen sind die Pinkel und Grölregeln des Betreibers für seine distinguierte Klientel.

Meine Herren,
können Sie eigentlich noch irgendetwas anderes als Fremdschämen, verbunden mit Herablassung?
Seit Ihrem Kurzbericht über die Valstar Jacke enthält keiner Ihrer Artikel anderes als selbstgefälliges Fingerzeigen auf “Miderbemittelte” und andere geschmacklich oder ansonsten Unterprivilegierte.
Nicht gerade ein Ausdruck stilistischer Erhabenheit und sicher keine Werbung für Slow Wear.
dE
Was den Vorredner angeht: Man wird ja wohl noch sagen dürfen, was nervt. Und Bierbikes auf unseren Straßen sind nicht nur ein Verkehrshindernis, sondern ein ästhetisches Ärgernis. Da war der Autor sogar noch recht zurückhaltend.
Sehe ich auch so, die Welt des Stils besteht auch nicht nur aus Maßanzügen, Pochettes und Valstar-Jacken. Ich finde, die Jungs machen einen guten Job und riskieren eben auch Mal ne Lippe – Mittelmaß ist zwar ein deutscher Richtwert, hier muß es aber nicht auch noch als Maßstab der Berichterstattung gelten.
Zum Fremdschämen besteht allerlei Anlaß. Kritik am Geschmacks-Prekariat ist keine Herablassung, sondern die Beschreibung einer traurigen Wahrheit. Gäbe es eine ästehtische Elite, bestünde vermutlich weniger Grund zum Fremdschämen. Durch erregte Debatten über das richtige Falten des Einstecktuchs oder den Ausstausch von Marken-Schnäppchen wird die Welt nicht besser. Slow Wear rules!!
In der Tat darf man hier, hoffentlich, “sagen, was nervt”. Dieses Privileg habe ich ja in Anspruch genommen. Alleiniges Mäkeln ohne positiven Gegenentwurf ist jedoch flach und eben Ausdruck des unvermeidlich ebenfalls angeführten deutschen Mittelmaßes. Des weiteren wird die Welt durch erregte Debatten über Einstecktücher kaum schöner, ebensowenig jedoch durch das süffisante Zurschaustellen schlechten Geschmacks.
Um die Debatte zumindest meinerseits abzuschließen, erlaube ich mir, Sie noch an eine meines Erachtens sehr lobenswerte Absichterklärung im ‘Über uns’ Teil dieser Website erinnern, die früher bei Slow Wear offenbar mehr Beachtung fand – ich zitiere: “Dabei geht es nicht um Geschmacks-Polizei oder Volks-Bekleidungserziehung, sondern um die Erforschung eines hochwertigen und vielfältigen Textilangebotes.”
Herzliche Grüße
dE
Liebe Freunde,
eure Meinungen sind uns wichtig und natürlich wollen wir hier nicht nur die vielfälltigen Gesichter des “schlechten” Geschmacks anprangern, aber neben und bei der Erforschung des Textilangebotes geht uns gelegentlich mal der Hut hoch – das muß drin sein. Gerne nehmen wir Anregungen und Tipps an – auch zu Themen und Produkten, die euch gefallen.
Beste Grüße
GB
Ich finde es enorm wichtig, den Finger in die Wunde zu legen!
Wenn ich die Bilder des Slow Wear Teams betrachte, dann fällt mir nur ein:
Erst auf niederem Niveau mäkeln, wenn mann selbst zumindest einigermaßen vorblidlich gewandet ist.
Dsa bezieht sich auch auf schlecht sitzende Sehhilfen, vermaledeite Frisuren etc.
Ich stimme mit dE voll überein, Slow Wear ist ein Beispiel für eine sehr deutsche und pseudoelitäre Attitüde.
Na Schwatti-Krawatti, Ihr Kommentar ist ja noch doofer als der Nickname. Immer einfach, anonym hier die Klappe aufzureißen und von Attiüden zu faseln. Spricht für die Souveränität des Slow-Wear Teams, dass hier jede Dumpfbacke – obendrein noch in Hauptschul-Deutsch – seine Kommentare geben darf. Zeigen Sie uns doch ein Bild von sich, damit wir wissen, ob Sie sich überhaupt eine Meinung erlauben dürfen.
Nana, die Sache wird unlogisch angegangen.
Ich muss kein Bild zeigen (aber wenn es Sie freut, kann ich Ihnen welche zukommen lassen).
Warum? Ich lasse mich ja nicht öffentlich über andere aus und reklamiere für mich die Position eines quasi-Richters.
Von jemandem der dies kontinuierlich und öffentlich tut, was mMn schon geschmacklos an sich ist, erwarte ich doch so etwas wie eine…Vorbildfunktion…oder eben einen neutraleren, weniger snobistischen Ton.
Achso, sag mal Keule Stilsticher (och, hoppala), wo ist man im Internet denn nicht halbwegs anonym (insbesonder Du, ganz aktuell?).
Und wo genau findest Du die Hauptschule?
Und warum scherts mich recht wenig, ob ich Caipt’n “Klappe aufreißen und Hauptschuldeutsch” mit nem schnell getippten Absatz genehm bin oder nicht?
Also, wer schlecht angezogen, minderfrisiert und müffelnd ruhig in der Ecke der Fußgängerzone ausharrt belästigt doch seine Umwelt weniger, als wer durchschnittlich modisch bekleidet mit dem Fäßchen-Ferrari durch die Innenstädte radelt. Oder?