2. Februar 2010

Schulter und Sühne

von G. B.

Gestern war es wieder soweit: Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Beobachtung besonders lächerlicherer Gepäck-Transportsysteme bei Männern. Hier im Bild der absolute Favorit, Rucksack in Weihnachtsmann-Dimension, der Träger, ein debil grinsender Berufs-Vegetarier, auf dem Weg zum Matterhorn, zum Einsatz in Afghanistan oder einfach nur zur Mutti, um die Schmutzwäsche abzuliefern. Auf einer Strecke von vier Bahn-Stationen hat der Quasimodo mit Gepäck-Buckel drei Mitfahrer angerempelt und eine Omi fast k.o. geschlagen.

Allein die Gattungs-Bezeichnung „Rucksack“, die uns ja eher an eine schmerzhafte Geschlechtskrankheit gemahnt, verbunden mit seiner ideologisch belasteten Gutmenschen-Outdoor-Trägerschaft, macht es dem Mann von Geschmack unmöglich, dieses Gerät außerhalb von Wanderwegen zum Einsatz zu bringen. Wir fordern ein sofortiges Rucksack-Verbot in allen öffentlichen Verkehrsmitteln, eine Wesensprüfung für Rucksackbesitzer und eine Rucksack-Steuer.

7 Kommentare zu “Schulter und Sühne”

  1. “Allein die Gattungs-Bezeichnung „Rucksack“, die uns ja eher an eine schmerzhafte Geschlechtskrankheit gemahnt…”

    Oh Gott, dann will ich gar nicht wissen, ob er auch einen Schlafsack hat.

  2. Selten so gelacht :-)

    Und ja, diese Petition unterschreibe ich auch. Wie kann man nur so unhöflich sein, diese Monster nicht abzunehmen, wenn man durch enge Gänge geht?

    Zum Thema: neben Schlafsack und Rucksack ist auch der Kartoffelsack sehr unschön.

  3. Also, ich finde diese Dinger einfach furchtbar unpraktisch.
    Selbst wenn man sie, was ja eigentlich selbstverständlich ist, in der Bahn absetzt. Man sieht aus wie ein Wandersmann auf Gebirgstour und man schwitzt am Rücken.

    Wobei für eine Wandertour finde ich den hier abgebildeten Rucksack ganz passabel.
    Ist das Leinen mit Leder ?

  4. Ich bin ganz Deiner Meinung. Entsetzlich. Wobei dieser Rucksack hier ja gewisse Reste von Klasse hat, gehört er tatsächlich besser ins Louis Trenker-Reich und nicht in die Großstadt.

    Schlimmer sind – und ich wiederhole mich dabei – die Multifunktionsjünger, die in kompletter GoreTex Garderobe im schneematischigen Frankfurter Morgen herumstapfen. Ich durchnässe lieber in Würde und friere in Klasse, als dass ich mich wie ein Bergsteiger anziehe. Zumindest solange ich nicht Berge steige.

    Es gibt wunderbare Textilien, die uns die Natur gab, wieso nicht einfach nutzen?

  5. Lieber Marius,

    wie Recht Sie haben.
    10.000 Jahre der Zucht haben unsere Vorfahren in das Wollschaf investiert und wir tragen heute Plastik …

    Klar, Herstellung und Marketing von Plastik ist billiger als die reine Herstellung von Wolle.
    Dafür sieht es schrecklich aus und es trägt sich auch so.

    Goretex (=PTFE =Teflon) ist übrigens ursrpünglich zur Kabelisolierung entwickelt worden …

    Gruß, Anti68er

  6. Wunderbar geschrieben :)

    Selten so gelacht … aber wo Sie Recht haben, haben Sie Recht!

    Auch teile ich voll und ganz die Meinungen meiner Vorposter.

    Freundliche Grüße

    Martin Richter

  7. »Berufsvegetarier« hätten Sie sich sparen können – Sie Sau :) Ansonsten 100%

Kommentar abgeben:

RSS Feed Technorati