24. September 2009

Der deutsche Stil

von G. B.

ef-skizze

Der Stil ist kein Meister aus Deutschland. Statt sich Gedanken über Individualität, Qualität oder Passform von Bekleidung zu machen, quälen uns die meist selbsternannten Stilpäpste immer mit dem deutschesten aller Themen: der Regel. Kein Tag vergeht, an dem nicht die olle „No brown in town“ Regel in einem Magazin beschworen wird, in endlosen Forumsdiskussionen die „richtigen“ Krawattenknoten regelmäßig diskutiert werden. Und als Krönung bietet man uns noch alle Nase lang eine Anleitung zum „richtigen“ Falten des Einstecktuchs.

Erstaunlicherweise gibt es in Deutschland noch keine DIN-Norm für „richtige“ Herrenbekleidung. Dabei sind Regeln im Grunde nicht schlecht – allerdings muss „Mann“ sie auch interpretieren oder brechen können, ansonsten sehen doch alle gleich „richtig“ aus – quasi Schafherde.

Ein schönes Beispiel für die Freiheit des Stils ist das Interview mit Gianluca Isaia. Weniger spannend, weil schon x-tausend Mal geschrieben,  sind die  „25 Regeln für den Umgang dem mit dem Hemd“ von Herrn Joseph im Stern. Denn wenn schon 25 Regeln für ein gutes Hemd nötig sind, gibt es bestimmt auch 45 Regeln für die Hose, 125 Regeln für den Anzug und zahllose Regeln für den Rest.  Aber, mamma mia, wozu bloß?

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2 Kommentare zu “Der deutsche Stil”

  1. Meine Rede. Daher ist m.E. der beste Stilratgeber Alexander von Schönburgs Buch “Die Kunst des stilvollen Verarmens”. Eine Handvoll Seiten über Stil und Bekleidung mit allem wichtigen drin.
    Und zu den 25 Regeln fürs Hemd: da gab’s wohl Zeilengeld…

  2. Ich möchte die Stilberater hier in Schutz nehmen. Regeln sind das, was die Leute hier in Deutschland am liebsten lesen und hören.

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