4. März 2009
Um Knopf und Krägen
Unermüdlich geht Werner Theurich seinen Weg: In seinem neuesten Werk aus unserer Lieblingsserie „Einfach Stil” beschreibt der stilmäßig Gebenedeite – unter dem Titel „Schlüpfen Sie da mal rein” – das Hemd. Theurich sieht den Anzug als Stürmer, die Schuhe als Torwart und das Hemd als kreatives Mittelfeld: wir beobachten den Sepp Herberger der Mode beim Besuch von Herrn Zaurins, einem Maßschneider aus Hamburg. Der Dialog zwischen Schneider und unserem “Stielike” kommt fußballerisch gesehen nicht über Kreisliga-Niveau heraus, bietet aber ein schönes Eigentor: Denn – Herr Zaurins – Krägenfomen und Krägenarten giltet nicht. Bitte 100-mal an die Tafel sticken:
Kasus Singular Plural
Nominativ: der Kragen die Kragen
Genitiv: des Kragens der Kragen
Dativ: dem Kragen den Kragen
Akkusativ: den Kragen die Kragen
Schlagwörter:Maßhemd, Werner Theurich

Auch wenn ich mich wiederhole: Ihr räumt diesem Herrn einfach zuviel Raum ein. Der Economist regt sich auch nicht täglich über die journalistische Qualität der Super-Illu auf. Nicht satisfaktionsfähig, das solltet Ihr mal überdenken.
Es gibt so schöne Themen, wie beispielsweise: Ab welchem Körperumfang sollte ich auf Hacking-Jackets verzichten und was bietet sich alternativ an? Und warum trug James Bond in “Man lebt nur zweimal” einen Gannex und wieso ging dieser wunderbare Regenmantel-Hersteller so gnadenlos unter? Oder wieso ist der Schuhputzer im Hamburger Flughafen so gut und benutzt Burgol?
G. B.: Mir sei an dieser Stelle erlaubt, Dir den Spiegel vor die Nase zu halten:
” … giltet …”. An dieser Stelle dispalifizierst Du Dich durch solche Kommentare einfach selbst.
Herr Theurich sollte nicht unbedingt so oft kommentiert werden. Er ist ja eigentlich gar nicht für eine Persiflage geeignet, er ist ja ein reality comic. Macht doch einmal einen Titel über alte Maserati und die dazu passende Garderobe nach dem Motot damals und heute. Da würde deutlich: Style never goes out of fashion, it is always ahead. Bei Theurich gilt eher die alte Beatles Parole: Let it be!
Also genug mit und von Herrn Theurich, die alte Ödnistrompete solte seinen neumaldummen Mist am besten unter Ausschluß der Öffentlichkeit verfassen.
Der G. B. hat “giltet” höchstwahrscheinlich bewusst falsch benutzt. Ist ja schon fast eine Redewendung geworden, “giltet” statt “gilt” zu verwenden…
hat der Vogel eigentlich aufgegeben?
Wie es aussieht: ja
Und die Lücke, die er hinterläßt, ersetzt ihn voll und ganz.
Glückwunsch. Wer kommt jetzt?
FNJ