9. November 2008

Ein Quantum Empörung

by G. B.

Unser Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (2. November), der unter dem Titel “Meister der Mittelklasse” den Mode-Bambi für Tommy Hilfiger thematisierte, hat den Meister empört und höchstselbst zu einen Leserbrief an die FAS bewogen. Natürlich geben wir seine Zeilen hier gerne wieder:

Ich habe den Artikel über die Marke Tommy Hilfiger in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung am 2. November 2008 mit Interesse gelesen. Obgleich Herr Berendson sicherlich ein Recht auf seine eigene Meinung hat, gibt es in seiner Analyse der Marke, die meinen Namen trägt, einige Ungenauigkeiten, die man ernsthaft hinterfragen sollte.

Herrn Berendsons Einschätzung, dass unser Fokus auf „Stillstand und Wiederholung” liegt, wird durch die Fakten nicht belegt – und selbst durch einen nur flüchtigen Blick auf unsere Kollektionen der jeweiligen Saison außer Kraft gesetzt. Unsere Mode richtet sich an modebewusste und intelligente Kunden in aller Welt, die ständig neue Interpretationen verlangen, neue Themen und eine Mode, die stets „im Trend” liegt. Sie würden uns nie erlauben, auch nur für eine Saison zu stagnieren. Unser dauerhafter Erfolg bei Kunden, die unsere Marke und unsere Produkte jede Saison seit unserem Antritt in Deutschland vor 10 Jahren angenommen haben, ist der Beweis dafür, dass wir nie erlaubt haben, dass es zu so etwas kommt.

Herrn Berendsons Einschätzung, dass unsere Marke „mäßige Qualität, lieblose Verarbeitung (die meist in Billiglohnländern erfolgt) sowie eine legendär miserable Passform” verkörpert, ist ungerecht gegenüber den 8000 Angestellten weltweit, die jeden Tag hart arbeiten, um Mode zu produzieren, die aus besten Materialen gefertigt ist und größten Wert auf guten Sitz und kleinste Details legt. Herrn Berendsons Darstellung impliziert, dass wir die Menschen, die unsere Mode produzieren, in gewisser Weise ausbeuten. Ich widerspreche dieser Darstellung mit aller Entschlossenheit – Tommy Hilfiger hat zu Recht den Ruf in der Modebranche höchste ethische Maßstäbe anzulegen. Philanthropie ist das Herzstück unseres Unternehmens: Von unseren Gewinnen unterstützen wir seit mehr als 20 Jahren unterprivilegierte Kinder, Aidskranke, Krebspatienten und Menschen mit anderen Erkrankungen. Dass Herr Berendson das Gegenteil behauptet, offensichtlich ohne die Fakten überprüft zu haben (die für jeden auf unserer Website zugänglich sind), ist empörend.

Obgleich Herr Berendson ein Recht auf seine eigene Meinung hat, muss ich doch feststellen, dass unsere breite Kundschaft in Deutschland, zu der fast 20% aller deutschen Männer gehören, die ein oder mehrere unserer Produkte besitzen, seine Meinung offensichtlich genauso wenig teilt wie ich.

Mit freundlichen Grüßen
Tommy Hilfiger
Chefdesigner

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3 Kommentare zu “Ein Quantum Empörung”

  1. Können Sie Ihren Artikel bitte auch verlinken?

  2. Unsere Mode richtet sich an modebewusste und intelligente Kunden in aller Welt…

    mit viel Respect fur Herr Hilfiger, aber er soll dan wirklich mal sehen wer seine Ware kauft, so modebewust und intelligent sind die doch meistenzeit nicht

  3. na, hilfiger war mal gut. hat mal die mode revolutioniert – tatsaechlich ein wenig – in einem randbereich – oder mitten-bereich, wenn man praezise sein will – in dem cross over von preppy look und street style. das ist aber nun auch schon ein paar jahre – fast jahrzehnte – her.

    der weg von dort war vorbestimmt: ab in die grosschaufenster der kaufhaeuser. ab auf die zeil, in den tauenzien etc etc…

    ein ‘mode bambi’ jetzt fuer einen mann der laengst ausverkauft und abgewirtschaftet hat????

    kein wunder, dass er die FAZ liest. deutschland scheint eines der wenigen laender, dass sich fuer ihn noch interessiert. -
    die frage muss heissen: warum?

    mit schoenen gruessen in die heimat – besonders an meinen alten freund rwm

    jkh

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