15. Februar 2008
Leder statt Plastik
Neulich in der Business-Class: teure Telefone, moderne Laptops, schlecht sitzende Anzüge und Hartschalen- und Pilotenkoffer (gerne mit Initialen an den Schlössern), Aktenmappen (Obermaterial Leder), Rücksäcke und ähnlich geschmacklose Transportmittel für Schreibwaren, Tageszeitung und Butterbrot des deutschen Managements beleidigen das geschulte Auge.
In einem Land, in dem Fußbälle aus Leder gefertigt werden, sollten Aktentaschen und -koffer aus Plastik einfach verboten werden. Rucksäcke sind praktisch am Wandertag, aber nicht im Berufleben, allein der Name „Rucksack” klingt doch schon wie eine schmerzhafte Geschlechtskrankheit. Aktenmappen verströmen immer einen Eintänzercharme und werden gerne von Männern um die 50 mit sehr glänzenden Schuhen, Jacketts mit Goldknöpfen und dezent getöntem Haar getragen. Und die Köfferchen aus Aluminium, häufig verziert mit lustigen Aufklebern und Beulen, die die unglaubliche Weltläufigkeit des Besitzers unterstreichen sollen, sind nur als Bordgepäck in der JU 52 akzeptabel.
Soweit so traurig. Doch noch ist die Hoffnung nicht ganz verloren, denn Bernd Kreis fertigt von Hand die wohl elegantesten, funktionalsten und haltbarsten Aktentaschen, die derzeit in Deutschland gemacht werden.
Die Kreis-Aktentasche wird nach altbewährten traditionellen Handwerksmethoden, unter Einsatz von besten Ledern aus spezialisierten Gerbereien, gefertigt.
Die Preise für ein solches Einzelstück ergeben sich aus den Wünschen des Kunden und dem verwendeten Material sowie dem Aufwand bei der Fertigung.
Schlagwörter: Aktentaschen, Kreis






Ein längst fälliger Beitrag – unglaublich, was einem täglich von sogenannten Executives auf den Bahnhöfen und Flughäfen der Republik als Transportutensil zugemutet wird! In zwei Punkten vermisse ich in diesem Zusammenhang allerdings die nötige Konsequenz bzw. Differenzierung: Zum einen wäre auch eine Abrechnung mit den allgegenwärtigen Rollköfferchen fällig, die nicht nur in den meisten Fällen unwürdig sind – ein Mann sollte die paar Kilogramm Gepäck für die Geschäftsreise oder das Wochenende am Arm tragen können tragen können – sondern zudem eine permamente Belästigung und Bedrohung für Träger frisch geputzter Schuhe darstellen, da sie mit Vorliebe im Gedränge über die Füße des Nachbarn gezogen werden.
Zum anderen verdienen die Metallkoffer durchaus eine differenzierende Betrachtung. Der klassische Rimowa-Koffer aus silbernem Magnalium, ohne Rollen und sonstigen Schnickschnack ist eine Stilikone und darf in dieser Form selbstverständlich genauso daherkommen wie zu den goldenen Zeiten von Dakota DC-3 und Lockheed Super-Constellation, also mit wohlerworbenen Beulen und natürlich auch Aufklebern von Orten, mit denen man selbst Erinnerungen verbindet. Was soll daran verkehrt sein? Fragwürdig sind doch vielmehr die modernen Mutationen des ursprünglichen Entwurfs, also Varianten aus Kunststoff (mit den dann überflüssigen Rillen sind diese einfach nur Kitsch) oder mit erkennbar schlecht konstruierten Zutaten wie Rollen und Teleskopgriff. Letztere weisen den Besitzer obendrein als Muttersöhnchen ausweisen, denn wenn man jahrzehntelang ohne diese Zutaten auskam, muss die Frage erlaubt sein, wieso das in Zeiten systematischer Fitness-Trainings für Bürohengste plötzlich nicht mehr der Fall sein soll…
Der Eintrag ist sicherlich berechtigt, aber auch ich vermisse hier die Differenzierung. Es gibt durchaus akzeptable Aktentaschen aus Nylon, die auch von Maennern getragen werden duerfen. Ich nenne hier in erster Linie Tumi, aber nur die klassische Ballistic Nylon Linie.
Ich fahre jeden Tag von Duesseldorf nach Frankfurt und benoetige fuer diese Strecke eine Tasche mit Aufnahmepotential fuer meine Reiseutensilien.
Grossen Respekt fuer Herrn Kreis, der mir hervorragende Guertel macht, aber eine Tasche, die nach zwei ICE Ritten aussieht wie nach drei Jahren Ruecksitz EKlasse ist fuer mich derzeit nicht akzeptabel.
Rollkoffer, nun gut, ick bekenne mir schudig, Hohes Gericht…