20. Oktober 2014

Croots waxed cotton – ewig währt am längsten

by G. B.

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Wir waren zu Besuch bei Uwe Maier von Amtraq, der – mit einer hervorragenden Nase ausgestattet – immer wieder interessante Hersteller im Programm hat.

Über Gepäck von Croots haben wir schon berichtet, nun hat sich das Unternehmen eine Waxed Cotton Serie gegönnt. Die Taschen mit rotem Innenfutter sind aus 24 oz Waxed Canvas Cotton von Halley Stevenson gefertigt, mit Griffen und anderen Lederdetails aus unverwüstlichen English bridle leather versehen und werden mit extrem belastbaren Reißverschlüssen von RiRi aus der Schweiz geschlossen.

Kurzum: Von der Expedition in Nepal bis zur Zugfahrt von Rosenheim nach Frankfurt sind die Taschen von Croots ein ziemlich robuster Begleiter des eleganten Herren, der gerne auf ein Rollköfferchen verzichtet und gemeinsam wie auch würdevoll mit seinem Reisegepäck patiniert.

Die Taschen sind schon in den ersten Läden eingetroffen (u.a. Specimen style, Rapperswil/CH, B 74, Frankfurt, Harvest, Düsseldorf, Frans Boone, Sluis/NL). Die Preise liegen zwischen 299 bis 459 Euro.

12. Oktober 2014

Viola Milano – Online Mekka für Krawatten

by G. B.

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Unser Feldzug für die Zukunft der Krawatte soll nicht nur in theoretische Betrachtungen und Forderungen enden. Das Schicksal der männlichen Halszier wird wesentlich durch ein attraktives Angebot bestimmt – hier hat sich der Fachhandel leider kaum Mühe gegeben – Krawatten hängen hinten recht und mit ihnen der Verkauf.

Mit Viola Milano ist uns ein Online-Anbieter aufgefallen, der sich auf Accessoires – neben Krawatten auch Schirme, Armbänder und allerlei Anderes – spezialisiert hat. Wir konzentrieren uns auf das Thema Binder. Der Webshop bietet eine sehr große Auswahl an unterschiedlichsten Farben und Macharten. Hergestellt werden die Krawatten für Viola Milano in Süditalien, hier produzieren kundige Hände 3-, 6-, 7- und sogar 9-fold Krawatten. Die Rohstoffe kommen von englischen und italienischen Herstellern.

Die Präsentation im Netz gefällt uns, sie ist gut und detailliert gemacht, von Seide- über Strick- bis zu Cashmere-Krawatten erstreckt sich ein Angebot, das zu betrachten schon ein Stündchen in Anspruch nimmt. Jede Menge klassische Farben und Dekors machen Viola Milano zu einem echten Krawattenkaufhaus – ein Angebot, das realistisch betrachtet kein Einzelhändler vorhalten kann.

Wir haben uns eine Krawatte bestellt und werden zum Thema Lieferung und Qualität demnächst hier noch weitere Informationen liefern.

5. Oktober 2014

Krawatte museal

by G. B.

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Die Krawatte – Männer, Macht, Mode unter diesem Titel zeigt das Landesmuseum Zürich eine Ausstellung zur Geschichte der Krawatte. Nicht frei von den üblichen Binder-Klischees wird hier aber immerhin eine historische Einordnung des maskulinen Halsschmucks vorgenommen. Und getreu des alten Spruchs „Zukunft braucht Herkunft“ sind wir ebenfalls fest von der Renaissance der Krawatte überzeugt.

Der Pressetext des Museums beschreibt die Ausstellung wie folgt: “Die Krawatte verrät viel über ihren Träger, über seine soziale Stellung, seine ästhetischen Vorlieben oder seine politische Haltung. In den letzten Jahren hat die Männermode die Krawatte wiederentdeckt. Befreit von Konventionen und strengen Dresscodes trägt auch die jüngere Generation mit Nonchalance und Unbeschwertheit zunehmend Krawatte. Diese neu gewonnene Aktualität bildet den Anlass der Ausstellung, die das Accessoire in all seinen Facetten und in verschiedenen Medien in Szene setzt.

Das Spektrum der Ausstellung reicht von der historischen Entwicklung der Krawatte seit dem 17. Jahrhundert über ihre Rolle in der Garderobe der Frau und in der Rockmusik bis hin zur Krawatte in der bildenden Kunst und Literatur. Eine zentrale Stellung nehmen die bedeutenden Textilarchive des Schweizerischen Nationalmuseums ein, die die wichtigsten Krawattenstoffproduzenten der Region Zürich umfassen, darunter Weisbrod-Zürrer, Robt. Schwarzenbach & Co., Gessner und Stehli Seiden. Darüber hinaus sind Exponate internationaler Leihgeber zu sehen, etwa seltene Krawatten aus der Rosenborg Collection in Dänemark und dem Victoria and Albert Museum in London, Krawattennadeln aus dem Musée des Arts décoratifs in Paris oder Kunstwerke aus dem Museum of Modern Art in New York.“

 

Noch bis zum 18. Januar 2015

23. September 2014

Wider den offen Kragen – Mehr Krawatte wagen

by G. B.

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Die schier endlosen Debatten um die Zukunft der Krawatte eint eines: Sie ist im Wesentlichen langweilig. Gebetsmühlenartig wird ein Leben ohne Krawatte als Sieg über Uniformität, Zwänge, Normen und Konventionen beschrieben. Phantomschmerzen wie Druck- und Würgegefühle durch das Tragen einer Krawatte sind ebenfalls Teil einer in diesen Tagen typischen deutschen Bequemlichkeitsdebatte. Was ist: Heerscharen von Anzugträgen irren mit offenen Hemdkragen durch deutsche Innenstädte und sehen aus wie Genossen des iranischen Revolutionsrates – der imaginierte Sieg über die vermeintliche Uniformität der Krawatte führt geradezu zu einer Uniformität der blässlichen Langeweile.

Die Krawatte ist schon lange kein Teil der Uniform mehr, sondern ein – wenn richtig in Gebrauch – hervorragendes Stilmittel um auch „formalen“ Kleidungsstücken Individualität und Eleganz zu vereinen. Dumm nur, dass es an Vorbildern für den richtigen Einsatz der Krawatte mangelt, Fernsehansager, Sportkommentatoren oder Günther Jauch sind leider Protagonisten des schlechtesten aller Geschmäcker – Jauchs textile Statements erinnern uns stets an die biedere Bürgerlichkeit eines Erich Honecker.

Normierte Bankangestellte in grauen Anzügen, weißen Hemden und mit schwarzen Schuhen könnten mit einer eleganten Krawatte selbst dieses fade Dressing verbessern – allein sie gehen oben ohne und sehen aus wie städtische Busfahrer nach Feierabend. Dabei ist die Krawatte nicht nur ein schönes Accessoire, das – eine entsprechende Freiheit im Kopf vorausgesetzt – mit Leichtigkeit getragen werden kann, nein, sie ist auch gewobener Gesprächsstoff. Von neidischen bis hohlen Kommentaren der Kollegen abgesehen, ist sie für viele Frauen ein guter Einstieg in einen freundlichen Dialog im Zug an der Bar oder im Job. Ohne Krawatte quasi sprachlos bleibt dem unbeschlipsten hier nur Elitepartner.

Ein erwachsener Mann sollte wissen, wann eine Krawatte geboten und wann sie sinnvoll oder auch nur schön sein kann. Auf dem Gartenfest des Bundespräsidenten ist sie ein Zeichen von Respekt vor dem Anlaß, auf dem Gartenfest von Mutti ist sie unnötig. Ein guter Anzug (zumal ein dreiteiliger) sollte nicht ohne Krawatte getragen werden, den wo der formale Anzug passend ist, sollte eine Halszier auch nicht fehlen. Merke: Casual Friday ist eine Erfindung der Funktionsbekleidungs-Industrie und dieser Feind muss überall bekämpft werden, wo er uns aus seinen Membranen anmüffelt.

Dies Normierungsschmiede (vormals Krawatten- jetzt Modeinstitut) für Deutsche Mode hatte über Jahrzehnte einen „Krawattenmann“ gewählt. Die Liste der Preisträger hat mit Borussia Dortmund zum Tiefflug angesetzt und vollzog die Bruchlandung der Eleganz mit Herrn Kerkeling und Jan Delay. Der Preis ist in diesem Jahr nicht mehr verteilt worden. Zeichnet sich damit das „aus“ für die Krawatte, oder die textilen Verwaltungsfachkräfte ab?

Liste der Preisträger
1965: Hans-Joachim Kulenkampff
1966: Willi Daume
1967: Willy Brandt
1968: Bernhard Grzimek
1969: Walter Scheel
1970: Helmut Schön
1971: Peter Wyngarde
1972: Roy Black
1973: Kurt Biedenkopf
1974: Dieter Kürten
1975: Robert A. Lutz
1976: Alwin Schockemöhle
1977: Walther Leisler Kiep
1979: Friedrich Wilhelm Christians
1980: Johannes Gross
1981: Hans Rosenthal
1983: Wilhelm Wieben
1984: Otto Wolff von Amerongen
1985: Richard Stücklen
1988: Claus Seibel
1990: Karl Otto Pöhl
1991: Günther Jauch
1997: Bodo H. Hauser
2000: Michel Friedman
2001: Guido Westerwelle
2002: Johannes B. Kerner
2003: Borussia Mönchengladbach
2004: Götz Alsmann
2005: Ulrich Wickert
2006: Christian Wulff
2007: Roger Cicero
2008: Henry Maske
2009: Eckart von Hirschhausen
2010: Claus Kleber
2011: Hape Kerkeling
2012: Jan Delay
2013: Tom Schilling

 

19. September 2014

Niedertrachten-Porno

by G. B.

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Mit dem Oktoberfest beginnen in München die Trachten-Festspiele für Zugereiste, bayerische Dandys und Traditionalisten. Der gefühlte Trachtenzwang setzt Besucher stark unter Zugzwang und so blühen die Billigdirndl und Vileda-Lederhosenläden, um die saisonale Trachtenseeligkeit auf bezahlbarem Niveau zu befriedigen. Wirklich lächerlich wird es allerdings, wenn bei Lodenfrey das Wiesn-Fieber ausbricht – die Belegschaft geht jetzt „zwangsvertrachtet“ und schon springen Seppl und Resi zwischen Designer-modellen und Trachtenabteilung hin und her.

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Besonders abstoßend auch die Versuche, Tracht in einen modisch-zeitgeistigen Look zu überführen – damit wird ja letztlich der Gedanke und die Identifikationsstiftung hinter dieser oft Jahrhunderte alten Tradition auf dem Altar des modischen Schnick-Schnacks geopfert. Wenn dies durch Billig-Grossisten oder dem Geisen seine Frau passiert, ist das unangenehm, aber zu verkraften. Wenn sich aber Traditionshäuser wie Lodenfrey oder Hersteller wie Meindl oder Angermaier – der sich mit den Machern von Dandy Diary ja eine mäßig gute Lederhosen-Kooperation gegönnt hat – nicht zu doof sind, Vintage/Moonwashed/Baggy/Lederhosen zu produzieren,  wird es makaber. Gerade der Herr Meindl, von dem der Satz stammt „Das Gewand soll nicht jodeln“, muss an dieser Stelle mit der Sämisch-Leder-Eselsmütze in die Ecke.

14. September 2014

Notdürftig zum Rabatt

by G. B.

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Wo sonst nur Granofink-Werbung über Urinalen prangt, geht ein Frankfurter Einzelhändler im “Skyline-Plaza”jetzt neue Wege. Advertising while you pee – und dazu noch eine Pinkel-Gratifikation  von fünf Euro auf den Einkauf bei Vorlage des Sanifair Bons. Hier schlagen die Herzen der Marketeers höher: Lokus-Marketing wird auch beim Herrenausstatter salonfähig. Wir haben zwar die erpinkelte Rabatt-Chance nicht genutzt, sind aber angesicht eines solchen Strahls an Kreativität gelb vor Neid.

1. September 2014

Everybodies Haarling?

by G. B.

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Mit dem Regisseur Cary Fukunaga, der anlässlich der Emmy Verleihung mit einer Flecht-Zopf-Frisur aufwartete, beginnt im Internet eine Debatte um Zopffrisuren bei Herren. Der Verfasser dieser Zeilen lebt seit geraumer Zeit getrennt von seinem Haupthaar und kann hier eine eher neutrale Position aufweisen. Trotzdem lassen uns die diversen Haarverpflanzungen im frisurauffälligen Profifußball aufhorchen. Die bange Frage: Müssen Männer eine Frisurenmode beachten?

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Im Showgeschäft und bei Rasenspielen ergibt sich offenbar neben der eigentlichen Tätigkeit auch immer ein sehr expressiver Selbstdarstellungszwang, der sich häufig in der Aufbereitung des Haupthaares kanalisiert. Die Miniplie Vokuhila oder auch das gesträhnte Haupthaar haben sich im Rückblick als eher albern und für dauerhafte Distinktion ungeeignet erwiesen. Der Zopf war mal eine Zeit das Markenzeichen von Kreativen (und unserer Jugendliebe in der 2. Klasse) ist aber mittlerweile im verklemmten Bio-Spießertum in der Mitte des Gesellschaft und darunter angekommen.

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Historisch gesehen ist der jetzt so gehypte geflochtene Zopf auch Teil der germanischen Geschichte, hier wurde aber weniger Wert auf Eleganz als auf Brandschatzen und Plündern gelegt, was die Frage nach dem Wert solcher Frisuren in der Gegenwart unbeantwortet lässt.

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Ist die Frisur als modisches Statement wichtig? Wir finden, auch hier kommt es auf die Passform an, denn das Haupthaar soll ja irgendwie zum Besitzer, seinem Kopf und seiner Lebenswirklichkeit passen – Alltagsflucht via Haarkleid kann es nicht geben, Exotik am Sklap wirkt eigentlich immer bemüht. Modefrisuren gehen einher mit Massenhysterie auf dem Friseurstuhl und vermitteln dann eben nicht die gewünschte Individualität bei der Kopf-Behaarung, sondern führen vielmehr zu einer kollektiven Einheitsbepelzung – gut erkennbar angesichts der angesagten Rauschebärtigkeit, die uns eine Vielzahl von kaum zu unterscheidenden Bartgesichtern beschert.

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Kurzum: Jeder soll nach und mit seiner Haarfaçon glücklich werden – aber bitte nicht dem Beispiel von Schauspielern, Regisseuren oder Fußballspielern folgen.

20. August 2014

Mobiles Sitzen ohne Plastik

by G. B.

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Nicht nur in der Herrenbekleidung, sondern auch in der Abteilung mobile Sitzgelegenheiten sind Verbrechen gegen den guten Geschmack die absolute Regel. Wenn es praktisch werden muss, dann macht sich scheinbar so gut wie niemand mehr Gedanken über Material und gutes Design mit Stil. Ein wackeres Ehepaar aus der Nähe von Rosenheim hat hier einen erwähnens- und lobenstwerten Kontrapunkt gesetzt, auf den wir am dieser Stelle einmal deutlich hinweisen möchten. Unter dem Namen Kampier werden mobile Sitzgelegenheiten angeboten, die ihr Vorbild in der sogenannten Campaign Furniture der britischen Kolonialzeit haben.

Nachdem das britische Kolonialreich zerfallen ist und auch sonst die englischen Bemühungen im Ausland eher so kurz ausfallen, dass nicht wirklich eine Sitzgelegenheit benötigt wird (siehe Weltmeisterschaft 2014), sind diese wunderbaren Entwürfe etwas in Vergessenheit geraten. Durch Kampier wurden sie nun wieder entdeckt und aufs Feinste interpretiert. Material und Verarbeitung sind schlichtweg stimmig. Getreu unserem Motto “Why suffer” haben wir zum Wohl unserer treuen Leser den Stuhl in einer sehr hochwertigen Ausführung für uns bauen lassen. Die Wahl fiel dabei auf die besonders schön gezeichnete Nackenhaut des Ochsen, die zudem sehr dick und bequem ist, gerade wenn sie von echten Fachleuten gegerbt wurde. Das Ergebnis unserer Auswahl ist bei Kampier für Euro 650 auf Vorbestellung zu haben, jeder Stuhl ist ein Unikat, da jede Nackenhaut unterschiedlich ausfällt. Der Stuhl ist in Sekunden auf- und wieder abgebaut, leicht zu transportieren und schlichtweg bequem. Ein Klassiker, der es verdient hat einen Platz im Olymp des Designs, im Wohnzimmer, Garten oder auf dem Campingplatz in Lignano einzunehmen.

11. August 2014

Sie nannten ihn Schlipsohr

by G. B.

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Eigentlich ist Urlaubszeit und die textile Front verharrt im Stellungskrieg mit Schlußverkaufs-Munition vor dem zu erwartenden Einbruch der Wintersaison. Diese leblose Zeit nutzen Redakteure gerne, um mit allerlei Blödsinn Zeilenhonorare zu schinden. Wir lesen also unter dem Titel „Der schleichende Tod der Krawatte“ in der Welt den x-ten Abgesang auf den Binder. Nun ist es uns in der Regel völlig gleichgültig, in wieweit etwas als modisch, attraktiv oder auch uninteressant deklariert wird (es sei denn, wir tun es), aber Karsten Seibel, ein Finanzredakteur mit Sitz in Frankfurt, versucht in seinem dünnen Stück einen ganz besonderen Zusammenhang zwischen der fraglos rückläufigen Zahl der Krawattenträger und einer neuen Ethik in der Finanzbranche darzustellen.

Wir zitieren: „Bäuche ohne baumelnde Krawatten davor müssen also nicht negativ sein. Sie können auch für Aufbruch stehen: das Ende der Uniformität als Zeichen des angestrebten Kulturwandels in der Finanzbranche. Statt wie in der Vergangenheit den anderen als Lemming hinterherzulaufen – und dann gemeinsam in den Abgrund zu stürzen –, geht der eine oder andere endlich eigene Wege. Er weiß, dass ihm ein Kopf ohne Binder nicht abgerissen wird. Vorgaben dürfen hinterfragt, Entscheidungen korrigiert werden. Und das beginnt am Morgen, vor dem heimischen Kleiderschrank. Es könnte sich lohnen, Krawattenzählungen vor einzelnen Banken in Frankfurt zu machen. Je geringer die Krawattendichte, desto freier die dort arbeitenden Köpfe, desto zukunftsfähiger das Institut. Eine charmante Theorie. Um die Zukunft des einst von Kroaten eingeführten Kleidungsstückes stünde es dann freilich nicht gut – zumindest in Frankfurt. Aber das wäre für ein stabiles Bankensystem zu verkraften“

Für geschmacklich eher verhuschte Männer ohne stilistisches Selbstwertgefühl, die Kleidung nur als Teil einer Sicherheits-Uniformität verstehen, mag die Krawatte ja möglicherweise ein Joch am Hals sein, aber am „Ende“ ist sie einfach ein Stück gefalteter Stoff, der zu manchen Anlässen geboten ist und oft einfach nur eine individuelle und elegante Note des Trägers ermöglicht.

Offene Hemden sind meist attraktiv, in vielen Anzügen ohne Krawatte wirken deren Träger aber wie Mitglieder des iranischen Revolutionsrates. Die Bequemlichkeitsdoktrin ist hier häufig genug kritisiert worden, aber eine Krawatte ist eigentlich nur in der Sauna oder auf dem Tennisplatz hinderlich, ansonsten ist sie einfach eine Zier (meistens), daher nutzlos aber schön. Ganz sicher ist sie kein Barometer für den „Kulturwandel“ in den Banken und keinesfalls ist sie geeignet um im Kontext von Sozialgeschwurbel als Symbol der Unterdrückung gebrandmarkt zu werden.

Wir halten es mit Balzac: “Ein Mann ist soviel wert wie seine Krawatte. Durch sie enthüllt sich sein Wesen, in ihr manifestiert sich sein Geist. Der Geist des Mannes zeigt sich in seiner Fähigkeit, die Krawatte zu binden“ und empfehlen für den Protest gegen einfallslose Bekleidung Krawatten von

Broska, Petronius und Cordone 1956

29. Juli 2014

Voll auf Zapf

by G. B.

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Im Salzburger Land, genauer gesagt in Werfen im Pongau liegt das nationale Filzhut-Mekka Österreichs. Die Hutmacherei Zapf wurde im Jahr 1893 von Johann Zapf gegründet und war sogar K.u.K Kammerlieferant.

 

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Heute ist Zapf sowohl auf dem Kopf Pongauer Landwirte, Kärntner Jäger oder Düsseldorfer Bankiersgattinnen zuhause. Die Kopfbedeckungen entstehen unter den kundigen Händen von 12 Mitarbeitern je nach Ausführung in zehn bis fünfzehn Arbeitsschritten.

Dabei wird der Rohling – vom Hutmacher „Stumpen“ genannt – von Hand aufgezogen und „garniert“. Die in Europa hergestellten Stumpen aus Haar- (Hasenhaar) oder Wollfilz werden über Dampf in Form gezogen – im schönen Gegensatz zur industriellen Hut-Herstellung, denn hier wird der Filz in Form gepresst.

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Mittlerweile stellt die kleine Firma unter den Kategorien „Classic“, „Exquisite“ und „Jagd“ drei verschieden Hutlinien für Damen und Herren her. Der Besuch im verträumten Bergdorf lohnt auch deshalb, weil mit dem Restaurant Hotel Obauer in ca. 150 Metern Entfernung eine der besten gastronomischen Adressen in Österreich quasi nur eine Hutschnur entfernt liegt.

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Außerdem hat Zapf einen wirklich gut gemachten Webshop mit den Highlights des Ladens.

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