19. Juni 2013

Im Namen der Dose

by G. B.

Die Aufbewahrung von Manschettenknöpfen ist keine große Herausforderung. Behältnisse aller Art  – von der Zündholzschachtel bis zum Einweckglas – sind prinzipiell geeignet, aber meist unattraktiv. Geht auch anders: “Scheunenfund” auf Ebay, Manschettenknopf-Dose, vernickelt, vermutlich 30er Jahre, Nordeuropa.

12. Juni 2013

Samtpfoten

by G. B.

Der Chelsea Farmer’s Club hat in Italien schöne Sommerloafer produzieren lassen. Die lederbesohlten Schuhe sind alltagstauglich und mal ein anderer Anblick  als die deutsche Sandale. Kurzum: ein guter Auftritt für 229,00 Euro.

Gibts auch kariert:

 

10. Juni 2013

Ein Zombie hing am Glööckenseil

by G. B.

Wir lesen eine Pressemitteilung der Peine GmbH (Auf Verlinkung haben wir zum Schutz unsere zartbesaiteten Leser verzichtet). Unter der Headline“ EXKLUSIVE MODE FÜR PRINZEN“ lauert das Grauen. Zitat: “Stardesigner Harald Glööckler bringt Herrenmode auf den Markt: Zusammen mit dem Hersteller des führenden Modelabels Masterhand kreierte der Stardesigner die neue Kollektion „Glööckler by Masterhand“.

Ach Du lieber Gott! Aber es kommt noch schlimmer: „Schon lange schwebten dem viel beschäftigten und vielseitig begabten Modeprinzen Harald Glööckler kreative Gedanken zu einer Abendgarderobe für Männer im Kopf herum. Erste Ideenskizzen zu hochwertigen Anzügen für den stilsicheren Auftritt im Evening-Look reiften schnell zu vollendeten Entwürfen heran, jetzt fehlte nur noch die passende, anspruchsvolle Schneidermanufaktur. Mit Masterhand, dem weltweit bekannten Modelabel der in Wilhelmshaven ansässigen Peine GmbH, war diese schnell gefunden. Sie gehört zu den marktführenden Herstellern für Hochzeits-, Gesellschafts- und festliche Abendmode“.

Jetzt  der Todesstoß: „Highlights der Kollektion werden die Glööckler Imperial Kollektionsteile sein. Jacken wie sie Herr Glööckler trägt, das wünschten sich viele Männer. Nun gibt es einen echten Glööckler für den Herrn: Jacken in Samt mit kostbaren Stickereien und edle Abendjacken, reich verziert mit Swarovski Elements Applikationen“

Glücklicherweise erklärt der aus unterschiedlichen Materialgruppen  zusammengesetzte „Stardesigner“ dann auch gleich selbst, warum kein Mann mit einem IQ über Zimmertemperatur und einem jenseits von DSDS sozialisierten Stilempfinden jemals ein Produkt von ihm anziehen wird: „Wenn ein Mann den richtigen Anzug trägt, stehen ihm alle Türen offen. Denn der perfekte Anzug strahlt ein enormes Selbstbewusstsein und Souveränität aus. Er ist das Symbol von Eleganz und Würde schlechthin“.

Eben. Eleganz, Würde. Da legt doch keiner „Masterhand“ an sich.

8. Juni 2013

Gegen den Trend gewachst

by G. B.

Die Firma Barbour und ihre Jacken sind ja ein „Klassiker“ für schlechtes Wetter. Im Gegensatz zu den Jack Wolfskin Outdoor Wandersmännern, die ja mittlerweile unser Straßenbild bestimmen, werden Barbour Träger heute häufig in Hamburg (Wetter), auf der Jagd (Wetter), auf oder an Pferden (Wetter und praktischer Zuschnitt), in so gennanten Szene-Treffs (Fashion) oder in England gesehen. Die Älteren unter uns erinnern sich im Zusammenhang mit dem Namen Barbour auch an Jurastudenten, höhere Töchter mit Hermés Tüchern um die Hüfte oder an die Spießer, die diese Jacke in blau trugen. Heute ist vieles anders, was, erzählt Helen Barbour im Interview mit der SZ und der Telegraph in einer Liebeserklärung unter dem Titel: “Barbour:not just a posh product“. Gut, dass es noch Traditionsfirmen in Familienbesitz gibt, denen das von Konzern-Marketing-Label-Trotteln verursachte  Niedergang von so schönen Produkten wie Capalbio erspart bleibt.

 

4. Juni 2013

Lesson one

by G. B.

In Bayern ist das Wetter schlecht, da fangen wir doch Mal an und lernen einen Anzug zu Schneidern. Den besten Kurs gibt es bei Savile Row Training, dem Unternehmen von Darren Beaman.

1. Juni 2013

Herr der Fliegen

by G. B.

Schöne Fliegen-Manschettenknöpfe, vermutlich Art déco.

 

29. Mai 2013

Den Esel kennt man bei den Ohren

by G. B.

Erschütternder „Trend“ im Straßenbild: immer mehr Menschen laufen mit Kopfhörern in der Größe von Klodeckeln durch die Landschaft. Was am Rande von Formel-Eins-Rennen vielleicht noch sinnvoll ist, eignet sich aus unserer Sicht aber kaum als Accessoire für den Alltag und ist höchstens als medizinisches Hilfsmittel bei abstehnden Ohren akzeptabel.

26. Mai 2013

Der Kämpf’ und Siege Lohn ist Reue nur

by G. B.

In der Online Ausgabe der Daily Mail lesen wir, dass Frauen durchschnittlich sechs Monate brauchen, um die Kontrolle über die Garderobe ihrer Partner zu übernehmen. Zu den Kleidungsstücken, die besonders schnell dem weiblichen Geschmacksfeldzug zum Opfer fallen zählen Onesies (haben wir bisher glücklicherweise noch nie im Alltag gesehen), Trainingsanzüge und Unterwäsche.

Dazu der Psychologe und Beziehungstherapeut Jo Hemmings: “I wasn’t surprised to see that it takes just over six months for women to take control and purge their partner’s wardrobe of any style faux pas.  During the ‘honeymoon’ period, we tend to be blissfully unaware of any negatives in our new partner or let the little things go over our heads.  This is why items which scream lost youth or fashion slave, can be perfectly acceptable in the early part of a relationship, but as we grow more comfortable with our partners we become less able to bite our tongue. Given our clothing taste is deeply personal, it can be a shock to our self-esteem to find our partners so repelled by something we love to wear – so much so that they would smuggle them into the bin.  We are all entitled to express our individuality and style is a form of essential independence, healthy in any relationship. A little consideration, communication and compromise can go a long way to keeping it that way.”

Interessant auch, wie elegant die Damen ihren Vernichtungsfeldzug durchführen: ungeliebtes verschwindet spurlos, wird bei 200 Grad brettig gewaschen oder unter dem Bügeleisen weggeplättet. Wenn so Trekkingsandalen,  Cargohosen, Rucksäcke  und weitere ästhetische Schrecknisse des Alltags endlich aus der Welt verschwinden, dann wünschen wir der geschätzten Damenwelt an dieser Stelle alles Gute. Doch bedenkt, was uns Konfuzius lehrte: Der Anführer  eines großen Heeres kann besiegt werden. Aber den festen Entschluß eines einzigen kannst du nicht wankend machen.

 

25. Mai 2013

Gentlemen, start your engines

by G. B.

Nach zwei Tagen Jaguar F-Type testen ist uns ist heute ein wenig klassisch-automobil zumute: “Bella Italia in Bewegung”  - schöner Bericht von Don Alphonso zur Mille Miglia.

22. Mai 2013

Da muß dann auch mal einer die Hand ins Heft nehmen

by G. B.

Im Vorfeld des CL-Finales kommt es ja zu allerlei hysterischen Auswüchsen. Motto: alles gesagt, nur noch nicht von jedem. Nun lesen wir in einer Beilage der FAZ unter dem Titel: „Aus Liebe zum Verein – und zum guten Geschmack“ ein paar Einlassungen von wenig kopfballstarken Fußball- und Stilexpertinnen wie der Modeberaterin Sonja Grau (Desingeschichte geschrieben, weil Grauschleier erfunden) und der „Stilberaterin“ Ines Meyrose (nicht erschrecken beim Öffnen des Blogs).

Wir zitieren aus der ersten Halbzeit des Kreisklasse-Artikels: „ Stillvoll kombiniert sei Fanmode sogar etwas fürs Büro (… sagt Frau Grau)“, dazu ergänzt Frau Meyrose: “Ein Trikot geht nicht. Aber ich finde es in Ordnung, wenn ein Fan in einem T-Shirt in das Büro kommt – vor allem, wenn alle wissen, sein Verein hat besonders gut gespielt oder einen besonderen Sieg errungen.“

Auf wohlfeile Klischees zum Thema Frauen und Fußball verzichten wir als wahre Sportsmänner und widmen uns der Sache. Zwei Punkte:

Fanmode und Stil sind im Büro (wie eigentlich auch außerhalb von Stadien bei Erwachsenen über 18 Jahren) wohl Antagonisten.

Ein Fan, der sich bekleidungstechnisch zu seinem Verein nur bei Siegen bekennt, ist kein Fan sondern ein verkleideter Opportunist.

Frau Meyrose geht mit ihren Stil-Flanken im zweiten Teil der niveaulosen Partie noch weiter, sie empfiehlt darauf zu  achten, dass der Shirtstoff nicht aus glänzendem reinen Polyester besteht. Und, jetzt kommt’s, „tragen Sie keine Sneaker, sondern Anzugschuhe.“ Meyrose, die 1972 Torhüterin beim FC Ottendorf-Okrilla war (Sie galt quasi als Joseppa Maier des Ostens), verschießt jetzt auch noch den entscheidenden verbalen Strafstoß: „Ein Trikotshirt zu einem dunklen feinen Anzug geht ausnahmsweise Mal.“

Für uns allerdings nur bei der Beerdingung des guten Geschmacks oder beim Abschiedspiel von Grau/Meyrose.

 

 

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